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Wie wir uns selbst aufhalten und begrenzen.

Bücher & Videos, Gedankengänge | 14 Kommentare

Ist das, was dich aufhält, überhaupt da? Über Grenzen und Gefahren, die gar nicht (mehr) existieren. Und welche Erkenntnisse wir ziehen können, wenn wir Flöhe, Elefanten und meinen Hund beobachten.

Wir haben bei unserer Tür zum Küchenbalkon ein spezielles Gelsengitter einbauen lassen. Dieses ist auf der einen Türseite aufgerollt gelagert und kann zugezogen werden. Manchmal, wenn es geschlossen ist und jemand, der diese Vorrichtung nicht kennt (und auch nicht sieht), durch die Tür gehen will, dann schnellt es mit einem lautem Karacho in die Ausgangsposition zurück.

Unserem Hund ist das auch passiert. Er hatte das geschlossene Gitter nicht bemerkt, ist dagegen gelaufen und bekam einen Riesenschreck, ob des Lärms, den die aufschnalzende Gelsenabwehranlage verursacht hatte. Danach traute er sich lange Zeit überhaupt nicht mehr alleine durch diese Tür zu gehen.

Ich sitze am Balkon. Herr Barney steht in der Küche, schaut mich sehnsuchtsvoll an, weil er zu mir nach draußen will. Aber er traut sich nicht. Ich rufe ihn. Ich sage, dass alles ok sei, dass das Gitter eh offen sei. Aber er steht nur da und winselt, weil er Angst hat, es könnte wieder so sein wie damals.
Nur ganz langsam fängt er nun wieder an, darauf zu vertrauen, dass keine Barriere mehr da ist, dass er ohne Lärm und Schreck durch die Tür kommt.

Auch wir Menschen lernen unter anderem so. Wir tun etwas. Es passiert was Negatives. Wir merken es uns. Wir machen es dann gar nicht mehr. Oder – wenn wir uns überhaupt wieder trauen – sind wir ganz besonders vorsichtig dabei.

Grundsätzlich ist dies gar keine so schlechte Fähigkeit, die wir da haben. Viele Lernschritte, die wir im Laufe unseres Lebens gegangen sind, beruhen auf diesem Prinzip.

Allerdings gibt es nicht nur einen, sondern gleich ein paar Haken an der Geschichte.
Alle kann ich hier an dieser Stelle gar nicht aufzählen.
Aber auf drei Schwierigkeiten, die häufig vorkommen, möchte ich dich hinweisen:

  • Wir würden gerne hinausgehen ins Freie und trauen uns nicht, obwohl das Gelsengitter eh offen ist.

  • Wir gehen nicht voran, obwohl wir das Gelsengitter öffnen könnten.

  • Wir bleiben auch vor anderen Türen stehen, weil wir annehmen, dass es ein geschlossenes Gelsengitter gäbe. Dabei ist überhaupt keines da.

Das erinnert mich auch an die Geschichte, wie angeblich Elefanten gezähmt werden. Tagelang werden sie zunächst mit einer schweren Kette an einen Baum gekettet. Die Elefanten revoltieren, wollen sich befreien. Kämpfen gegen diese Kette an, die sie zurückhält. Aber sie haben keine Chance. Und irgendwann tritt der Moment ein, wo sie aufgeben.
Danach können Elefanten mit einem relativ dünnen Seil irgendwo angehängt werden. Sie versuchen gar nicht mehr, zu entkommen. Obwohl das dünne Seil diese kräftigen Tiere nie und nimma aufhalten könnte.

Und wenn wir schon im Tierreich sind. Hier habe ich noch ein ganz kurzes Video für dich.

Darin siehst du Flöhe, die drei Tage lang in einem Konservenglas mit Deckel gefangen gehalten werden. Danach wird der Deckel entfernt. Und siehe da: Die Flöhe springen nicht mehr aus dem Glas, obwohl es ein Leichtes für sie wäre. Sie springen nur mehr so hoch, wie es ihnen die frühere Begrenzung erlaubt hat.
Das zusätzlich Erstaunliche dabei: Wenn diese Flöhe sich fortpflanzen, dann springt auch ihre Nachkommenschaft nur mehr maximal bis zur früheren Deckelhöhe.

Und nun zu dir:

  • Gibt es in deinem Leben an einzelnen Türen vermeintliche Gelsengitter, die dich aufhalten, hindurchzugehen?
  • Von welchen früheren Erfahrungen lässt du dich eventuell noch immer einengen, obwohl die Herausforderungen für dich heute als erwachsene Frau schaffbar wären?
  • Wo vermutest du mögliche Begrenzungen, die vielleicht gar nicht (mehr) da sind?
  • Was ist dir hierbei bereits gelungen?
    Welche alten Muster und falschen Annahmen, die dich früher aufgehalten und begrenzt haben, konntest du bereits ablegen?

Mich interessieren deine Erfahrungen und deine Überlegungen dazu. Schreibe doch einfach unten einen Kommentar und lass uns teilhaben, wie du das erlebst!

Ich wünsche dir offene Augen, um zu erkennen, wo gar keine Deckel (mehr) existieren.
Und ich wünsche dir den Mut, Gelsengitter zu öffnen und Seile einfach durchzuschneiden, wenn sie dich einengen oder zurückhalten.

Denn: Du bist gut genug.

Alles Liebe für dich und mit sonnigen Grüßen

Herzlichst,

deine Elke

Dir selbst eine gute Freundin sein.

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