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Frauen, die vieles möglichst perfekt machen wollen, tun dies, weil sie dafür die Anerkennung von anderen wollen. Was sie dabei übersehen, ist, wie der eigene Perfektionismus auf die Umgebung wirkt. Denn: Wer mag schon perfekte Menschen? 

 

Ich bin ja eine, der es mittlerweile ziemlich gut gelungen ist, den eigenen Perfektionismus in seine Schranken zu weisen. Was ich allerdings früher in meinen perfektionistischen Glanzzeiten lange überhaupt nicht bemerkt habe, ist, dass perfektionistisch veranlagte Menschen auch negativ auf ihre Umwelt wirken können.

Meiner Erfahrung und Beobachtung nach ist der Perfektionismus für die Betroffenen einfach eine Strategie, wie frau versucht, Anerkennung vom Umfeld zu erhalten. In unserer Kindheit erhielten wir von Eltern, LehrerInnen oder von sonstigen für uns wichtigen Personen Lob für ausgezeichnete Leistungen. Diese Anerkennung für unsere Leistungen gab uns das Gefühl, wertvoll zu sein – hat also unseren Selbstwert gestärkt. Hat sich diese Strategie damals, als wir klein waren, bewährt, behalten wir sie – ohne darüber bewusst nachzudenken – bei.
Indem wir in bestimmten Bereichen versuchen, möglichst perfekte Leistungen abzuliefern, versuchen wir dann oftmals auch als erwachsene Frauen dadurch zu steuern, dass andere uns als wertvoll anerkennen.

 

Kurzer Seitenschlenkerer:

Ich weiß nicht, wie ihr das wahrnehmt, aber meines Erachtens sind es meist ausgewählte Lebensfelder, in welchen frau versucht, perfekt zu sein. Ich kenne keine, die in allen Bereichen ihres Lebens einen Perfektionismusanspruch an sich erhebt. Oft sehe ich diesen im beruflichen Zusammenhang. Manchmal noch kombiniert mit dem Anspruch, einen perfekten Haushalt/Garten zu haben und in Bezug auf das eigene Äußere. Dies scheinen mir die häufigsten Felder zu sein.
Nein, einen Bereich habe ich noch vergessen, den ich bei Frauen auch besonders häufig beobachte: Für alle anderen immer da sein zu wollen, ist meiner Einschätzung nach auch eine Form von Perfektionismus: Die perfekte Freundin/Kollegin/Partnerin/Nachbarin/Mutter sein zu wollen.

 

Nun, wie wirken perfektionistische Frauen auf ihr Umfeld?

 

Natürlich, auf der einen Seite bekommst du viele positive Rückmeldungen, wie toll du nicht X oder Y wieder gemacht hast.

Aber, was ich früher lange nicht gesehen habe, sind die negativen Auswirkungen:

 

Perfektionistische Menschen erhöhen den Druck auf ihre Umwelt.

Eine der perfekten Leistung nacheilende Arbeitskollegin löst bei nicht wenigen Menschen das Gefühl aus, selbst zu wenig zu leisten bzw. selbst nie so gut sein zu können. 🙁

Perfekte Ergebnisse haben wollende Frauen erwarten Bestleistungen eventuell auch von anderen. 🙁

Eine Freundin, in deren Wohnung nie etwas herumliegt, jeder Winkel stets von Staub befreit ist … – vermittelt anderen schnell mal das Gefühl, selbst nicht zu genügen. Ohne, dass dies ihre Absicht wäre! 🙁

 

Perfektionismus trennt uns leicht von anderen Menschen.

Wir mögen Menschen, die wir MENSCHLICH erleben.

Und zum Menschlich-Sein gehört dazu: Fehler zu machen, Schwächen zu haben, nicht immer perfekt zu sein.

Wer danach strebt, nach außen stets perfekt zu wirken, alles immer perfekt hinzubekommen, wird von anderen rasch als mit einer Maske ausgestattet erlebt.

Und Menschen, von denen wir annehmen, dass sie uns ihr wahres Gesicht verheimlichen, nehmen wir als nicht authentisch und somit auch als weniger sympathisch war.

 

Das Paradoxon ist daher:

 

Das, was Perfektionistinnen erhoffen, nämlich, durch ihre hohen Ansprüche an sich selbst einen guten Eindruck auf andere zu machen, geht in Wirklichkeit gar nicht auf!

Ganz im Gegenteil: Es bewirkt eher, dass frau kritischer beäugt wird.

Es trennt von anderen Menschen.

 

Seit mir das klar geworden ist, tue ich mir leichter, meinen Perfektionismus hintanzuhalten. Deshalb wollte ich euch das auch mitteilen.

Wie seht bzw. erlebt ihr das?
Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Mit sonnigen Grüßen
eure wunderbar unperfekte Elke

 

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