Seite auswählen

Gut genug. Wie oft erleben wir das Gefühl zu genügen? Oder sollte ich besser fragen: Wie selten?

Bin ich als Partnerin gut genug? Als Mutter? Als Tochter? In meinem Job? Was denken die anderen, wenn ich das mache, wenn ich so lebe? Wie urteilen sie über mich? Bin ich schön genug? Klug genug? Dünn genug? Ordentlich genug? Die Liste erscheint endlos.

Und dabei hängt es oft gar nicht so sehr davon ab, wie nahe uns die Menschen stehen, deren Urteil wir fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Manchmal sind uns diese gänzlich unbekannt. Ich habe Freundinnen, die ungeschminkt niemals einkaufen gehen. Was steckt dahinter? Ist es wirklich wichtig, wie mich jene, die mich bei meinem Streifzug durch die Supermarktgänge beobachten könnten, beurteilen?

Dieses quälende Gefühl, möglicherweise nicht zu genügen. Diese Angst, bei der alltäglichen Notenvergabe durch andere durchzurasseln. Diese Sehnsucht, Sicherheit darüber zu haben, was andere über uns denken. – Einerseits treibt es uns zu Hoch- und Höchstleistungen an, motiviert uns besser zu werden. Aber andererseits hält es uns oftmals davon ab, aus ganzem Herzen und unseren eigenen Bedürfnissen entsprechend zu leben. Zwingt uns vielmehr ins Hamsterrad des Noch-Mehr, Noch-Besser, Noch-Schöner.

Wir haben Angst, Fehler zu machen, uns zu blamieren. Das lernen wir von klein an. Der Fehler, das Nicht-Genügen wird uns als etwas Böses eingedrillt. Unsere Geschichte ist mit Rotstift dermaßen gebrandmarkt, dass wir selbst in erster Linie das bemerken, was nicht richtig zu sein scheint, wo Fehler passiert sind. Wenn wir über uns nachdenken, liegt der Fokus meist auf dem, was wir nicht genug können und sind. Diese innere Kritikerin, diese nervende Stimme, die an uns herumnörgelt, uns tögelt und runtermacht ist um ein Vielfaches präsenter als jene, die uns in schwierigen Situationen tröstet, Mitgefühl mit uns selbst ausspricht und uns vermittelt: Du bist gut, so wie du bist.

Selbst beim Schreiben dieses Textes schleicht die Kritikerin leise durch den Hinterkopf: Ist dieser Text überhaupt interessant genug? Kann ich dem großen Thema jemals gerecht werden? Alle wichtigen Facetten ausreichend beleuchten?
Ich weiß es nicht. Aber ich mache es trotzdem, denn von einem bin ich  felsenfest überzeugt: Dass wir ein besseres Leben führen können, wenn wir uns öfter mal zurücklehnen, befreit durchatmen und zu uns selbst sagen können: „Ich bin gut genug.“

Deswegen schreibe ich diesen Blog. Möge er beitragen, dass wir uns selbst ein Stück weit mehr wertschätzen und lieben lernen.

Ich schreibe über Frauen. Weil ich mich als Frau in Bezug auf meine Geschlechtsgenossinnen besser auskenne. Und weil mir das selbstbestimmte, freie Leben von Frauen ein Herzensanliegen ist.

Ich freue mich, wenn auch Männer die eine oder andere Anregung für ihr Leben auf diesen Seiten finden können.

Und ich freue mich über eure Kommentare, Erfahrungsberichte, Vorschläge und Tipps.

Über mich:

elkeedlinger

(Foto: www.derferder.at)

Als Elke Edlinger wandle ich seit 1970 auf dieser Erde.
Seit 20 Jahren gemeinsam mit meinem Mann, vor fast 19 Jahren hat sich unser Sohn zu uns gesellt. Seit einem Jahr begleitet uns Herr Barney, ein Laprador.
Ich habe 2011 in Graz die „Gärtnerei für gute Ideen“ gegründet und arbeite selbstständig als Unternehmensberaterin, Trainerin und Coach. Mein Herzensanliegen ist es, anderen – und besonders Frauen – Mut zu machen. Mut, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Share Button