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Es gibt Momente oder gar Tage, da hängen wir durch. Wir fühlen uns klein und nicht gut genug. Irgendwann habe ich begonnen, in solchen Augenblicken meine Mitmenschen ganz bewusst mit anderen Augen zu betrachten. Entstanden ist daraus mein Turbo-Wohlfühl-Booster.

Wir vergleichen uns oft mit anderen. Möglicherweise zu oft. Dieses Vergleichen ist im Regelfall auch mit einer Wertung verbunden. Bin ich im Vergleich zu anderen gut genug, talentiert genug, erfahren genug, schön genug, gescheit genug, schnell genug, erfolgreich genug, …?

In trüben Momenten, also wenn es uns – warum auch immer – gerade nicht besonders gut geht, fällt dieser Vergleich meist sehr stark zu unseren Ungunsten aus. Wir empfinden uns gleich noch kleiner. Die Gefühlsspirale dreht sich weiter nach unten. Oder aber, wir beginnen andere abzuwerten, um uns selbst besser zu fühlen. Dann wird gelästert, was das Zeug hält. Mag ja sein, dass dies bei einigen die gewünschte Wirkung im Sinne von „Wir sind die Guten“ erzielt. Bei mir bleibt nach solchen „Schlecht-Mach-Tratschgesprächen“ immer der Eindruck zurück, dass so ein schmieriges, dunkles Zeug an mir klebt. Und das mag ich nicht.

Worum bemühe ich mich also besonders in trüben Zeiten?

Ich versuche, allen Menschen, die meinen Weg kreuzen, mit einem „Liebevollen Blick“ (So habe ich diese Methode genannt.) zu gegegnen. Egal, ob ich auf der Straße unterwegs bin, bei einer Veranstaltung mit anderen zu tun habe oder in einer Besprechung sitze. Ich denke mir zu möglichst jeder Person etwas Nettes, Liebevolles. Das muss jetzt überhaupt nichts mit meiner Erfahrung mit der oder dem Betreffenden zu tun haben, sondern kann völlig frei phantasiert sein. Ich gehe zum Beispiel eine Straße entlang und schicke jeder und jedem, die mir begegnen, einen guten Gedanken: Sie ist sicher eine sehr gute Freundin. Er ist sicher ein sehr liebevoller Vater. Sie hat sicher ein ausgesprochen schönes Lächeln. Er ist sicher sehr verlässlich. Und so weiter. Die Möglichkeiten, was ich mir alles an Positivem zu anderen überlegen kann, sind schier unendlich.

Sogleich beginnt der Zauber zu wirken. So bald ich über andere wohlwollend zu denken anfange, geht es mir selbst kontinuierlich besser.

Ich gebe zu, herausfordernder ist die Umsetzung des Liebevollen Blickes in Konstellationen, wenn mein Gegenüber mich im Grunde ziemlich nervt oder ich einen Konflikt mit der Person habe. Aber mit ein bisschen Übung gelingt es auch hier. 🙂

Besonders hilfreich finde ich die Methode auch in Situationen, die dazu angetan sind, dass ich beginne, mich mit anderen Frauen zu vergleichen. Es kann ja sein, dass nur ich das kenne: Eine Veranstaltung und der Großteil meiner Geschlechtsgenossinnen ist herausgeputzt und aufgebrezelt. Und schon startet das Gedankenkarussell des Vergleichens: Die ist jünger als ich, die hat noch eine jugendlich-faltenfreie Haut, die hat eine bessere Figur, die ist sowieso supersexy, …
In solchen Momenten sage ich mir „Stopp!“ und werfe den Frauen in meiner Umgebung nur mehr „Liebevolle Blicke“ zu. Ich überschütte sie sogar mit gedanklichen Komplimenten. Der Zaubereffekt: Mir geht es gut. Ich fühle mich wohl, schön, attraktiv, geliebt – kurzum: Gut genug und ok so, wie ich bin. 🙂

 

Die Gründe für dieses alltägliche, leicht hervorrufbare Wunder mögen vielfältig sein. Ich bin ein schlichtes Gemüt. Warum es bei mir funktioniert, muss ich gar nicht so genau wissen. Hauptsache, dass es funktioniert. Vermuten tu ich, dass es unter anderem daran liegen könnte:

• Wir fürchten uns oft stark vor dem Urteil, das andere über uns fällen. Wenn wir selbst andere positiv sehen, gehen wir eher davon aus, dass auch die anderen uns tendenziell wohlgesonnen sind.

• Unsere Gedanken haben direkten Einfluss auf unsere Stimmung. Gute Gedanken – gute Stimmung.

• Mit einem Liebevollen Blick ausgestattet wirken wir anders auf unsere Umwelt. Unsere Ausstrahlung ist eine andere, positivere.

 

Mittlerweile habe ich bei mir längst eine Entwicklung festgestellt. Der Liebevolle Blick ist heute für mich weniger eine Methode als mein stetiges Bemühen um eine innere Haltung. Dennoch kannst du ihn auch als Methode, als kleine Übung für die Herausforderungen deines Alltags ausprobieren.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und zahlreiche Wunder! 🙂
Und ich freue mich, wenn du mir über deine Erfahrungen damit berichtest!
Oder hast du deinen eigenen Turbo-Wohlfühl-Booster? Teile ihn doch mit uns!

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Wohlwollende, liebevolle Grüße euch allen da draußen im Netz!

Herzlichst,
elke

 

 

Bildquelle: Fotolia

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