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Heute war nicht mein bester Tag. Aber vielleicht war er gerade deswegen einer meiner besten.

 

Schon in der Früh hatte ich eine Information bekommen, die mich – nennen wir es mal eher neutral – emotional aufgewühlt hat. Stopp, das stimmt so nicht ganz. Richtig wäre vielmehr: Schon in der Früh hatte ich eine Information erhalten, von der ich zugelassen habe, dass sie mich negativ emotional aufgewühlt hat. Ich habe Enttäuschung wahrgenommen. Habe mich geärgert – über mein gegenüber und über mich. Habe mich ungerecht behandelt gefühlt …

War eben voll hineingetaucht in die bequeme Opferrolle Marke „Die anderen haben einen Fehler gemacht. Und ich bin jetzt erst mal ganz arm.“

Mein erster Impuls war: „Jetzt schreibe ich aber ein Mail.“
Ich habe mich allerdings dazu entschieden, es vorerst nicht zu tun. Und schon gar nicht in diesem emotionalisierten Zustand.

Ich habe versucht, mich vielmehr selbst zu beobachten:

Was läuft da gerade ab in mir?
Warum trifft mich das so? Welche „alten“ Knöpfe, die in erster Linie mit meiner Geschichte zu tun haben, wurden da gedrückt?
Welche Anteile von mir haben im Moment die Bühne okkupiert? (Ich verrate kein großartiges Geheimnis, dass da auch das kleine Kind in mir aktiv war, weil es meinte zurückgesetzt worden zu sein. Wen wundert es? 😉 )

Uff, ich sag’s euch! Meeeeegaanstrengend war das. Dieses Auseinanderklauben und Aussortieren dessen, was da gerade für ein Film in mir abläuft.

Jetzt bin ich keine Anfängerin in so einem Vorgehen. Und trotz all der Übung: Wahrlich keine leichte Sache.

Aber die noch größere Herausforderung erlebte ich im nächsten Schritt, als ich mich nämlich fragte, was denn das Geschenk dahinter sein könnte, was ich daraus erkennen und lernen kann.
Mich hier auf Fragekurs zu halten und nicht in den Emotionen unterzugehen, war eine echte Challenge.

Fragst du dich, warum ich mich nicht einfach meinem Ärger und Grant hemmungslos hingegeben habe?
Da fallen mir zwei einfache Gründe ein:
a) Es hätte mir viel meiner positiven Energie für den Tag geraubt.
b) Ich will auf meine Kraft zugreifen können. Das geht nur, wenn ich auch die Herrscherin über meine Gedanken bin und selbst entscheide, wie ich mich fühlen will.

Hat irgendwer behauptet, dass das einfach ist?
Ok, wenn ich mit dem Auto im Stau stehe und ungeduldig, ärgerlich oder sonst etwas Negatives werde, dann geht es mittlerweile recht schnell, mich da wieder rauszuholen.
Aber bei größeren Geschichten … :-0

Den ganzen Tag über musste ich aufpassen wie eine Haftlmacherin (Verstehen die Leserinnen aus Deutschland diesen Begriff? *grübel* – sinngemäß: Musste ich besonders intensiv aufpassen), dass ich nicht wieder in die alten Muster zurückrutsche, sobald mir die Situation wieder eingefallen ist.

 

Und wenn der Teufel schon mal Junge bekommt, dann mehrere …

Am Nachmittag gab es dann auch gleich noch eine Draufgabe!
Einen Arbeitsschritt konnte ich nicht so lösen, wie ich es erhofft habe. Enttäuscht über das Ergebnis und unzufrieden mit mir selbst war ich dann auf einmal traurig – ohne genau zu wissen, was hinter der Traurigkeit steht.
Also auf ein Neues: In mich hineinfragen bzw. -spüren, hinterfragen, reflektieren …
Und wiederum ziemlich knifflig.

Die wichtigste Frage war danach: Was brauche ich jetzt? Was würde mir jetzt guttun?
Ich habe mir einfach den Hund geschnappt und bin mit ihm fast zwei Stunden in der Natur und am Wasser unterwegs gewesen.
Dabei konnte ich so einiges loswerden bzw. in Bewegung bringen.

Am Abend habe ich vorhin noch eine kleine Meditation gemacht, um meine Energielevel wieder aufzufüllen.
Und danach hatte ich plötzlich Lust auf diesen Beitrag. Deshalb gibt es ihn.

Im Nachhinein betrachtet nehme ich von diesem Tag ein paar wesentliche Erkenntnisse mit.

Vor allem gehe ich jetzt mit einem sehr schönen Gefühl schlafen:

Ich habe heute nicht als Gefangene meiner alten Muster,
sondern in Freiheit gehandelt und entschieden.

Wer weiß, vielleicht werde ich in der Zukunft sogar mal von heute sagen: Es war einer meiner besten Tage ever. 🙂

Kennst du solche Tage?
Ich freue mich über deinen Kommentar.

Mit sonnigen Grüßen

 

Beitragsfoto: derferder.at

 

 

 

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