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Herzlich Willkommen zu Tag 7. Ich habe dir versprochen zu erzählen, was mir geholfen hat, meine Selbstliebe zu spüren.

(Fürs Lesen dieses Beitrags brauchst du rund sechseinhalb Minuten.)

 

Wie bereits gestern angekündigt, erzähle ich dir heute, was mir geholfen hat, meine Selbstliebe zu spüren.
Vielleicht ist ja darunter etwas, was auch für dich passend ist.

(Falls du den gestrigen Beitrag nicht gelesen hast, wäre es fürs bessere Verständnis des heutigen Artikels hilfreich, wenn du dich vorher noch mit meinen Ausführungen vertraut machst, warum du Selbstliebe nicht erst lernen musst, sondern dass du mit dieser bereits auf die Welt gekommen bist. Hier findest du das gestrige Adventkalendertürchen dazu.)

Lass mich zunächst einen Blick auf mögliche Gründe werfen, warum wir unsere Selbstliebe häufig nicht spüren, obwohl sie seit jeher da ist:

Unsere Geschäftigkeit im Außen verhindert, dass wir unsere Innere Stimme hören.
Wir sind so oft mit unserer ganzen Aufmerksamkeit im Außen, sind beschäftigt mit hunderttausend Dingen. Sind permanent am Tun. Orientieren uns an anderen Menschen, an der Anerkennung durch diese, …
Bei mir kam früher auch dazu, dass ich durchaus Angst vor der Stille, vorm Alleinsein hatte. Ich weiß nicht genau, habe ich mich vor der Langeweile gefürchtet, die auftreten hätte können. Oder war es eher bedrohlich für mich, was ich dort finden könnte, wenn ich zur Ruhe komme und in mich hineinhorche. Wenn ich mich gefragt hätte, wie es mir wirklich geht.
Es wird wohl eine Mischung von mehreren Aspekten gewesen sein.

Unser Kopf ist die meiste Zeit entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
Wahrscheinlich kennst du das: Ein Großteil unserer Gedanken dreht sich entweder um Ereignisse, die bereits vergangen sind, oder wir machen uns Gedanken – oft Sorgen – über Zukünftiges. Selbstliebe lässt sich jedoch nur im Jetzt, in der Gegenwart spüren.

Wir sind zu sehr im Kopf und zu wenig im Körper.
Vielleicht trifft dies auf dich ja nicht oder weniger zu. Bei mir war das früher sehr stark der Fall. Ich habe zwar immer schon Entscheidungen eher intuitiv, auf dem Bauch heraus getroffen. Dennoch hatte ich in vielen Situationen regelrecht den Eindruck, als ob mein Kopf vom restlichen Körper abgeschnitten wäre. Manchmal sind mir sogar Schmerzen oder Verspannungen erst nach längerer Zeit aufgefallen. Nun, da ich regelmäßig übe, mit meiner Aufmerksamkeit immer wieder ganz bewusst in meinem Körper zu landen, habe ich eine andere Wahrnehmung davon, was mein Körper und meine Seele mir mitteilen wollen. Und ich fühle mich dadurch ganz und lebendig.

Kurzum, auf den Punkt gebracht:

 

Wir brauchen die Stille sowie Achtsamkeit auf die Gegenwart und unseren Körper, um unsere Selbstliebe spüren zu können.

 

Keine Sorge, du musst jetzt weder zur Einsiedlerin noch zur Yogini werden, die stundenlang meditiert.
Zur Ruhe zu kommen und  achtsam zu sein, lässt sich de facto in fast jeder Situation umsetzen.

Ich finde diese stillen, ganz bewusst wahrgenommen Momente unter anderem bei meinen Spaziergängen mit unserem Hund (Ich versuche zum Beispiel, ganz gezielt darauf zu achten, was alles um mich herum ist. Oder ich konzentriere mich eine Minute lang nur auf meine Fußsohlen und spüre, wie sich das Gehen anfühlt.).
Manchmal mache ich dieses Achtsamkeitstraining auch bei ganz banalen, alltäglichen Erledigungen wie dem Wäsche Zusammenlegen. Einfach bei der Sache sein, meine Aufmerksamkeit darauf lenken, was ich da tue, wie sich das gerade anfühlt, der Stoff unter meinen Fingern …

Du kannst deine Achtsamkeit also bei vielen Gelegenheiten üben. Es geht einfach nur ums Bemühen, das, was jetzt in diesem Moment ist, wahrzunehmen (und nicht ständig im Gedankenkarussell herum zu surfen).

Bei Tätigkeiten lässt sich das am einfachsten erreichen, wenn du dein Tun bewusst verlangsamst.

Ich übe, wie beschrieben, nicht stundenlang, sondern mal da und mal dort eine Minute.
Was allerdings schon etwas länger dauert bei mir, ist, wenn ich meditiere.
Das alles trägt in Summe dazu bei, dass ich mehr bei mir bleiben kann. Dass ich besser auf mich und meine Bedürfnisse achten kann. Dass ich immer wieder mal zur Ruhe komme und mich selbst gut spüre. Dass ich meine Innere Stimme besser hören kann.

 

Du willst deine Selbstliebe sofort spüren?

Doch, bevor du jetzt seufzend die Schultern hängen lässt und dir denkst „Wusste ich’s doch, da ist ein Haken an der Sache. Dafür ist ja langes Üben notwendig.“ stelle ich dir schnell zu deiner Beruhigung eine ganz einfache, nur ganz kurz dauernde Methode vor, wie du deine Selbstliebe sofort spüren kannst:

Nimm ein paar tiefe Atemzüge, komm ein wenig zur Ruhe.
Denke an einen Menschen, den du liebst.
Gehe in dieses Gefühl richtig hinein.
Wo in deinem Körper spürst du dieses Gefühl? Wie fühlt es sich an?

Bei vielen Menschen spielt sich diese Empfindung im Brustbereich ab. Muss sie aber nicht. Manche erleben ein warmes Gefühl, das sich in der Herzgegend ausbreitet. Wie ist es bei dir?
Das, was du da im Moment wahrnimmst, ist deine Herzensstimme.

Diese kannst du jetzt fragen: Liebst du mich?
Und nun achte auf die Reaktion deines Körpers. Welche Veränderungen – und seien sie auch noch so klein – fallen dir auf?

Bei mir zum Beispiel ist die Antwort ein sich breit anfühlendes Gefühl, mein Körper wird ganz weich.
Was bemerkst du?

Du kannst sogar die Gegenfrage stellen, indem du deine Herzensstimme frägst, ob sie dich blöd findet.
Welche Veränderungen in deinem Körper fallen dir jetzt auf?

Bei mir wird das Gefühl dann wieder enger und auch mein Körper zieht sich etwas zusammen.

Beende die Übung, indem du deine Herzensstimme noch mal fragst, ob sie dich liebt.
So kannst du mit dem schönen Körpergefühl der Selbstliebe die Übung beenden.

 

Was mich interessieren würde: Ich kann ganz schwer einschätzen, ob diese Methode bei mir so gut klappt, weil ich – wie weiter oben beschrieben – schon eine gewisse Praxis im Wahrnehmen und Achtsam-Sein habe. Du würdest mir also sehr helfen, wenn du mir kurz schreibst, ob diese Methode bei dir auch funktioniert. (Entweder unten in einem Kommentar oder via Mail an elke.edlinger@gfgi.at )

Quellenangabe zu „Die Herzensstimme befragen“:
Ich habe diese Form, Kontakt mit der Herzensstimme aufzunehmen, in einem kostenlosen Video von Martin Weiss entdeckt. Näheres zu seinen Angeboten findest du auf seiner Homepage.

 

Loving Kindness Meditation

Die ersten Schritte auf meinem Weg, mein Herz wieder mehr für mich selbst zu öffnen, hat eine ganz bestimmte Meditation unterstützt, nämlich die Loving Kindness (Metta) Meditation.
Es geht hierbei darum, sich in liebender Güte, in Mitgefühl für sich selbst und für andere Menschen zu üben.

Die positiven Auswirkungen der Loving Kindness Meditation sind mittlerweile wissenschaftlich erforscht. Die Studienergebnisse besagen, dass die Versuchspersonen, welche neun Wochen hindurch diese Meditation immer wieder praktiziert haben, über eine positivere Befindlichkeit verfügen und ihr Leben in Summe als befriedigender und erfüllender einschätzen.

Solltest du neugierig geworden sein und es einfach mal ausprobieren wollen:
Du findest im Netz eine – meiner Meinung nach recht brauchbare – säkulare Variante als MP3-Download.
Klicke auf dieser Seite dann auf die 2. Audio-Datei mit dem Titel „Liebende Güte für Anfänger“.

 

Hilfe, jetzt bin ich wohl schon wieder zu lange geworden mit meinem heutigen Text. Wenn mein Herz übergeht im Wollen, dir möglichst viel von meinen Erfahrungen zu vermitteln, laufe ich schnell mal Gefahr, zu viel des Guten in einen Beitrag zu stopfen. Schön, dass du bis hierher durchgehalten hast.

Danke, dass du wieder vorbeigeschaut hast!

Mögest du dein Herz für dich öffnen!
Du verdienst es.

Ich wünsche dir einen ruhigen, achtsamen Tag!
Mit sonnigen Grüßen
deine elke

PS:
Hier noch die Links zu den anderen Adventkalender-Türchen:
Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6

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