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Herzlich Willkommen zu Tag 3! Heute geht es um mehr Leichtigkeit in deinem Leben durch weniger Müssen und Sollen.

(Fürs Lesen dieses Beitrages benötigst du rund 6 Minuten.)

 

Schön, dass du dir auch heute wieder Zeit für dich nimmst!

 

Gestern ging es darum, deine Achtsamkeit zu trainieren.
Ist es dir gelungen, ein wenig zu beobachten, wie du mit dir selbst umgehst? Wie du mit dir selbst redest?
Schreib mir doch unten einen Kommentar, wie es dir dabei ergeht. Und auch, welche Fragen oder Herausforderungen sich dabei für dich auftun. Dann kann ich auf diese in einem der nächsten Beiträge eingehen.

Mein Tipp:
Versuche, diese Aufmerksamkeit im Alltag weiterhin zu üben!
Denn, wie schon gestern beschrieben, kannst du nur dann etwas ändern, wenn dir zunächst überhaupt erst auffällt, ob du dich gerade eher freundschaftlich behandelst oder weniger.

Auch durch deine Teilnahme an diesem Adventkalender trainierst du deine Achtsamkeit.

Weil du durch die tägliche Beschäftigung mit dir selbst deinen Scheinwerfer ausrichtest und so deine Aufmerksamkeit lenkst.

Außerdem gehst du dadurch, dass du dir Fragen stellst, in die Beobachterinnenrolle und erzeugst damit eine gewisse Distanz. Als ob du als Kinobesucherin deinen Lebensfilm betrachtest. Oder als ob du aus der Vogelperspektive auf dein Leben, dein Handeln, dein Denken drauf schaust. Diese Distanz brauchst du, um nicht automatisch in alten Mustern zu landen. So erreichst du Schritt für Schritt die Freiheit, auch auf andere Handlungsoptionen zurückgreifen zu können.

 

Apropos „automatisch in alten Mustern handeln“: Da sind wir auch fast schon beim heutigen Thema.

Heute geht es ja ums

 

MÜSSEN und SOLLEN.

 

Für mich sind mittlerweile Sätze und Gedanken von mir, die ein „Ich muss“ oder ein „Ich sollte“ beinhalten, mit einem automatischen Signalton versehen. Wie, wenn ein kleiner Wecker in mir läutet und mich daran erinnert, doch ein bisschen genauer hinzusehen, was da dahinter steckt. Auch Gedanken/Sätze, die in Richtung „Das macht man so.“ gehen, lösen bei mir diesen Erinnerungsalarm aus.

Jedes „Ich muss …“ oder „Ich sollte …“ bietet mir die ausgezeichnete Möglichkeit, darüber nachzudenken und zu hinterfragen,

… ob ich hier eventuell einfach nur „alten Mustern“ folge.
… ob es stimmt, dass ich etwas wirklich tun muss.
… ob dies auch meinem Wollen entspricht.

 

Denn, wenn ich zu viel im angeblichen Müssen und Sollen bin und für mein Wollen dadurch zu wenig Platz bleibt, dann ist dies ein wenig fürsorglicher Umgang mit mir selbst.

Außerdem habe ich bemerkt, dass ein gar nicht so kleiner Anteil meines täglichen Stresses, des Drucks, den ich habe, was alles zu erledigen sei, oft von mir selbst gemacht  ist. Eben durch solche alte Prägungen des angeblichen Müssens.

 

Ich bin zum Beispiel eine, die seit Jahrzehnten tägliche to-do-Listen schreibt. Und mein altes Muster ist, dass diese Listen stets viel zu umfangreich sind. Da steht dann viel mehr oben, als sich realistisch an einem Tag überhaupt erledigen lässt. Heute bemühe ich mich um eine realitätsnähere Tagesplanung. (Wie ich das mache, wäre einen eigenen Beitrag wert.)

Mein diesbezügliches altes Muster beruht darauf, dass ich erzogen wurde, viel zu leisten. Weil MAN angeblich viel leisten MUSS, um gut genug, zugehörig, anerkannt zu sein – so wurde ich in Kindheit und Jugendzeiten geprägt.

Und es passiert mir auch heute noch, dass schon allein der Blick auf eine solche lange Zu-Erledigen-Liste mir Stress bereit, mir bereits am Morgen das Gefühl gibt, zu wenig Zeit zu haben, hinterher zu hecheln. Hier hilft mir nur, wenn ich mich als gute Freundin meiner selbst frage: Was davon muss wirklich sein? Was steht nur oben, weil man es angeblich tut? Was kann ich daher wieder streichen? Bin ich und meine Bedürfnisse, ist mein Wollen bei dieser Tagesplanung ausreichend berücksichtigt?

 

Natürlich gibt es viele Dinge, welchen wir nicht entkommen. Wo wir nicht einfach sagen können: „Das tue ich nicht, weil es nicht meinem Wollen entspricht.“

So hätte ich aller Voraussicht nach wenig Chancen damit durchzukommen, wenn ich dem Finanzamt schriebe:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich werde für das Jahr 2014 keine Steuerklärung abgeben, weil ich mir vorgenommen habe, weniger Dinge zu tun, die ich tun müsste, aber in Wirklichkeit  nicht tun will.“

In solchen Fällen habe ich zumindest noch immer die Möglichkeit, meine innere Haltung zu derartigen Aufgaben zu ändern.

Denn:

Leid = Schmerz x Widerstand.
(Aber das ist jetzt ein anderes Thema, zu dem ich an einem späteren Adventkalendertag noch schreiben könnte.)

 

Jenseits dieser unausweichlichen Müssen-Aufgaben gibt es viel, wovon wir nur meinen, dass wir es tun müssten. Da lohnt es sich dann, genauer hinzusehen.

 

Denn dort liegt die Chance, für weniger Druck und mehr Leichtigkeit in deinem Leben zu sorgen.

 

Wenn du magst, mach doch eine kleine Übung dazu:

 

Notiere dir auf einer Liste all das, von dem du meinst, dass du es bis Weihnachten und rund um die Weihnachtsfeiertage tun musst.
Und dann gehe Punkt für Punkt durch und frage dich, was davon wirklich unbedingt notwendig ist.

Müssen wirklich alle Fenster geputzt werden?
Müssen wirklich die Vorhänge gewaschen werden?
Muss wirklich im ganzen Haus abgestaubt werden?
Müssen wirklich alle Verwandten konzentriert an drei Tagen besucht werden, sodass für dich selbst rund um die Feiertage gar keine Zeit mehr bleibt? (Oder könntest du dich mit einigen zum Beispiel erst ein paar Tage später treffen?)
Müssen es wirklich mindestens 10 verschiedene Kekssorten sein? Oder würden auch fünf Varianten reichen? Oder – wenn Backen in Wirklichkeit gar nicht so dein Ding ist – ließen sich die süßen Verführer nicht auch woanders auftreiben?

Möglicherweise findest du den einen oder anderen Punkt, den du sogar ersatzlos streichen kannst, um so mehr Luft zu gewinnen in einer oft eh recht stressigen Zeit. Um dir so die eine oder andere zusätzliche Stunde für dich selbst gönnen zu können.

 

Und wenn Dinge wirklich erledigt werden müssen:

Frage dich auch, ob tatsächlich DU diejenige bist, die das machen muss.
Was kannst du delegieren?

Eine Last auf mehrere Schultern aufgeteilt, trägt sich leichter.

Also:
Welche Aufgaben konkret wirst du an andere abgeben?

 

Ein kleiner Hinweis noch zum Thema Delegieren an dieser Stelle:

Es lässt sich mit einem Ergebnis, dass nicht genau so ist, wie wenn du es gemacht hättest, durchaus leichter leben, wenn du dadurch weniger Stress und Druck hast!
Ok, wenn mein Sohn staubsaugt, macht er es eventuell nicht so genau wie ich. Da bleibt möglicherweise in der einen oder anderen Ecke Staub zurück. Na und?
Ok, wenn mein Mann den Christbaum schmückt, dann entspricht dies vielleicht nicht genau meinen dekorativen Ansprüchen. Das habe ich gelernt zu akzeptieren. Und seither habe ich vor Heilig Abend einen Punkt weniger auf meiner to-do-Liste und mehr Zeit. 🙂

 

Ein letzter Punkt zum Müssen für heute:

Wenn es deinem wirklichen Wollen entspricht, dann nimmst du das Müssen auch weniger belastend war.
Wenn du etwas tust, was dir ein aufrichtiges Herzensanliegen ist, dann kannst du auch viele Müssen ertragen.

 

Ich bin gestern und heute jeweils um drei Uhr früh aufgestanden, weil ich die Adventkalenderbeiträge schreiben musste. Dass ich derzeit täglich in diesem Blog etwas publiziere, ist natürlich ein gewisses Müssen. Denn, ich habe am 1. Dezember öffentlich angekündigt, dass du hier jeden Tag einen Beitrag von mir findest. (Wobei: Du würdest mich nicht steinigen, wenn ich heute keinen Text veröffentlichte.)

Diese Form des Müssens empfinde ich nicht als Belastung, denn:

* Es ist mir ein inneres Anliegen, dass du von meiner Erfahrung, wie du dir selbst eine bessere Freundin werden kannst, profitierst.
* Ich schreibe gerne. Das ist ein kreativer Prozess für mich. Das Schreiben macht mir Spaß.
* Und ich passe dabei trotzdem auf mich auf, sodass ich genug Schlaf bekomme bzw. indem ich andere Dinge derzeit halt nicht mache.

Daher:
Wenn du gerne backst, dann bitte mach 10, 15 oder gar 20 Sorten an Keksen. Aber lass dann um Himmelswillen die Fenster Fenster sein!
Deine Gäste werden sich eh auf deine kulinarischen Köstlichkeiten konzentrieren und gar nicht bemerken, dass man beim Fenster gar nicht mehr gescheit hinaussieht. 😉

 

Ui, das ist heute aber ein bisserl ein längerer Beitrag geworden.
Ich hoffe, es war die eine oder andere Anregung für dich dabei. Und ich freue mich, wenn du mich morgen wieder besuchst!

Eine Bitte habe ich noch: Ermutige doch auch deine Freundinnen, gut auf sich selbst zu schauen! Zum Beispiel, indem du diesen Beitrag mit ihnen teilst. Danke! 🙂

Sei freundlich zu dir!
Du verdienst es.

Ich schicke dir sonnige Grüße!
Herzlichst,
deine elke

PS:
Hier noch die Links zu den anderen Adventkalender-Beiträgen:
Tag 1, Tag 2

PPS:
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Bitte beachte: Ich schicke nicht jeden Tag einen Newsletter als Erinnerung an diesen Adventkalender aus! Ich will ja niemanden stressen und keine Posteingänge überstrapazieren.
Weil mir einige allerdings rückgemeldet haben, dass so ein tägliches Erinnerungsmail ihnen in der hektischen Zeit bis Weihnachten helfen würde, nicht auf sich zu vergessen, habe ich mich dazu entschlossen, für diese Gruppe einen eigenen Verteiler anzulegen.
Wenn du also täglich via Mail an diesen Adventkalender liebevoll erinnert werden willst, informiere mich durch eine Nachricht an elke.edlinger@gfgi.at , damit ich deine Adresse dabei berücksichtigen kann.

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