Herzlich Willkommen zu Tag 19! Heute geht es darum, wodurch und wie oft du auftankst. Und ob du dich regelmäßig daran erinnerst.

 

19

(Fürs Lesen dieses Beitrags brauchst du rund dreieinhalb Minuten.)

 

Ich habe mir schon vor einiger Zeit diesen Wandschmuck gekauft. Er hängt bei mir zuhause in der Küche.

 

 

Warum ich dieses Bild dir heute zeige? Weil es ein paar Hinweise auf wichtige Aspekte beinhaltet, die ich versuche in meinem Bemühen, mir selbst eine gute Freundin zu sein, zu beachten:

 

Wodurch und wie regelmäßig tankst du auf?

Wenn ich unter Druck gerate, wenn ich eine stressige Zeit habe, dann ist die Gefahr recht groß, dass all das rasant abnimmt, was mich happy macht. Zeit für mich allein oder Termine mit FreundInnen finden sich dann viel seltener in meinem Kalender. An einem Freitagabend sitze ich dann eher am Schreibtisch als im Kino. Wieder mal ein Buch zu lesen, das nicht der Kategorie Fachbuch zugeschrieben werden kann, wird auf später verschoben. Sogar das Kuscheln, die Zeit für Zärtlichkeit und für Sex läuft dann Gefahr, weniger zu werden. Weil ich so dermaßen im Erledigen, im Fertigmachen-Müssen, im Grübeln über Lösungen, im Entwickeln von Konzepten, … einfach halt im Tun bin.
Als ich vor Jahren eine Geschäftsführungsfunktion übernommen hatte, habe ich mir selbst immensen Druck gemacht. Meine Ansprüche an mich selbst stiegen ins Unermessliche. Und meine Angst, dem nicht gerecht zu werden, war riesig. Was ich damals an mir beobachtet habe, war, dass je größer der Druck wurde, desto mehr habe ich mich von anderen Menschen zurückgezogen. Ich habe mich dabei ertappt, nicht mal mehr mit meinem Mann über meine Probleme zu reden. Ich hatte mir damals für all das Schöne und Gute in meinem Leben immer weniger Zeit mehr genommen.

 

Je mehr Druck und Stress wir haben, umso mehr Energietankstellen brauchen wir.

 

Ich habe früher das Auftanken ganz schnell mal auf später verschoben. Das tue ich heute wesentlich weniger oft. Klar, ich bin nicht gefeit davor, in alte Muster zu verfallen. Allerdings fällt mir das heute früher auf, und ich entscheide mich bewusst anders.
Ein Beispiel: Ich hatte im Frühjahr meinen ersten Workshop zum Thema Resilienz, also psychische Widerstandskraft. Am Tag zuvor war es dicht für mich. Es galt noch einiges vorzubereiten. Außerdem stand ich unter einer gewissen Anspannung, ob mein Konzept aufgehen würde. Genau für diesen Tag im Vorfeld des Workshops hatte ich mir allerdings ein Treffen mit einer Freundin ausgemacht. Kurz hat mich mein altes Muster in der Früh bei meiner Tagesplanung in Versuchung geführt, indem es mich fragte, ob es nicht gescheiter wäre, den Termin mit meiner Freundin zu verschieben. So würde ich mindestens zwei Stunden gewinnen. Und mein altes Muster ist sehr einfallsreich in seiner Argumentation. Es hat nämlich versucht, mir die Terminverschiebung schmackhaft zu machen, indem es behauptete, dass mich dies ja entlasten würde, mir Druck wegnehmen würde. 😉
Ich habe jedoch bemerkt, was da gerade geschieht. Dass ich beinahe meinem alten Muster auf den Leim gegangen wäre. Ich habe den Termin nicht verschoben. Ich hatte eine feine Zeit mit meiner Freundin und habe dabei aufgetankt. Und der Workshop am nächsten Tag lief super.

 

Achtest du ausreichend darauf, regelmäßig Energietankstellen anzufahren?
Wobei und wodurch tankst du auf?
Was tust du so richtig gerne? (Wobei kannst du die Zeit vergessen?)
Gibt es eventuell etwas, was du früher gerne getan hast, für das du dir heute jedoch (fast) keine Zeit mehr gönnst?

 

Wir brauchen Erinnerungshilfen.

Mein Wandschmuck hängt deshalb in der Küche, damit er mich täglich mehrfach erinnert.
Daran, die Dinge, die mir Kraft geben, die mich glücklich machen, regelmäßig zu tun.
Daran, dass es meine Verantwortung ist, darauf zu achten.

Ich trage zusätzlich in einem Kalender jeden Tag ein, was an Schönem, Guten passiert ist. Es ist eine Art Tagebuch mit Stichwortcharakter. (Ich habe dies in einem Videobeitrag in meinem Blog bereits vorgestellt.). Werden die Eintragungen in meinem Buch schütterer, dann läuten bei mir die Auf-Mich-Selbst-Mehr-Schauen-Alarmglocken.

Wir müssen uns selbst – mitunter auch durch Hilfsmittel – regelmäßig erinnern. Sonst nehmen die alten Muster immer wieder das Heft in die Hand. Wir brauchen solche Erinnerungshilfen, damit wir neue Gewohnheiten, also neue Muster, bilden können.

 

Was kannst du tun, um dich selbst immer wieder daran zu erinnern, dein Tankstellennetz auszubauen, zu pflegen und nicht daran vorbeizufahren?

 

Hast du bereits passende Erinnerungshilfen für dich gefunden und installiert? Wie gelingt es dir, dich an dich selbst, ans Auftanken zu erinnern? Ich freue mich, wenn du unten in einem Kommentar kurz mitteilst, wie du dabei vorgehst. Oder auch, was für dich dabei immer wieder mal schwierig ist. Oder …

 

Erinnere dich an dich selbst regelmäßig.
Du verdienst es.

 

Ich wünsche dir einen Tag mit vielen Tankstellen!
Mit sonnigen Grüßen

___unterschrift

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