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… oder: Wo soll die Zahnbürste des Traumannes / der Traumfrau hin?    

Ich kenne einige Frauen in meinem Alter, die leben als Single und wünschen sich jedoch wieder eine Beziehung. Aber bisher schien es einfach nicht und nicht zu klappen. Wenn sie mir davon erzählen, dann würde ich sie gerne irgendwie unterstützen, irgendetwas Hilfreiches sagen. Aber ich bin seit fast 22 Jahren mit meinem Mann zusammen und könnte höchstens davon berichten, was uns dabei hilft, dass unsere Beziehung nach über zwei Jahrzehnten nach wie vor noch immer schöner und tiefer wird.

Daher gibt es heute für all meine Leserinnen, die gerne (wieder) einen Partner / eine Partnerin hätten,

 

einen Gastbeitrag von Sabina Hediger aus Zürich.

 

Sabina bietet Life Coaching und Beratung an. Wir haben uns vor einiger Zeit bei einem Fortbildungsseminar kennengelernt, und ich habe selten zuvor eine dermaßen strahlende Frau erlebt wie sie.

Folgenden Text fand ich auf Sabinas Blog. Kurzerhand habe ich bei Sabina angefragt, ob sie ihn als Gastbeitrag zur Verfügung stellen würde. Danke dafür, liebe Sabina!

 

Gastbeitrag von Sabina Hediger:

 

„Großstadt oder Nachbardorf?

Wann ist er endlich da, der Mann Ihrer Träume? Groß und stark soll er sein? Oder lieber klein und mit süßem Knuddelbauch? Ein international gereister Businessmann aus der Großstadt oder der bodenständige Handwerker aus dem Nachbardorf?

Wie meinen?

Was auch immer er mitbringen soll, Ihr Zukünftiger, haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wo denn eigentlich seine Zahnbürste Platz hat? Wie meinen? Ganz konkret: Gibt‘s denn in Ihrer Wohnung Platz für ihn? Sind wir mal ganz realistisch. Wünschen ist ja das eine, Haben das andere. Dazu ein ganz persönliches Beispiel:

Klitzekleiner Feinschliff

Eine äußerst kluge und feinfühlige Frau hat mir damals bei der Umgestaltung meiner Wohnung geholfen. Bereits zwei Jahre hatte ich schon als Singlefrau darin gelebt und das eigentlich ganz gut. Eigentlich… weil ich noch die eine oder andere Unsicherheit hatte mit dem Wohn-Wohlfühlaspekt. Es hätte also nur ein klitzekleiner Feinschliff werden sollen. Bevor sie aber mit dem Konzept loslegte, stellte sie mir ein paar wichtige Fragen, welche mich sehr aufwühlten. Unter anderem war da folgender Dialog.

 

Das Interview

 

A bisserl peinlich

„Ich verstehe, Sie möchten die Wohnung noch ein bisschen auf Vordermann bringen. Noch hier und da ein paar Kleinigkeiten verändern, damit’s noch wohnlicher wird. Und Sie wünschen sich da von mir Unterstützung.”

Ich: “Ja genau, so ist es.”

Sie: “Und ich höre von Ihnen auch, dass Sie sich einen Partner an Ihrer Seite wünschen.”

Ich: “Äh ja, genau…” bemerke ich ein bisschen beschämt. Ist mir ja schon ein wenig peinlich irgendwie.

Was wäre, wenn’s prickelt?

Sie: “Okay, gut. Steigen wir grad’ mal da ein. Also… mal angenommen, Sie hätten den Mann kennengelernt. Okay? Gut, wunderbar. Alles bestens.”

Ich nicke.

Sie: “Also… mal angenommen, Sie würden ihn irgendwann übers Wochenende zu sich nach Hause einladen. Okay? So was soll ja schon mal vorkommen. Ich will jetzt ganz offen sein mit Ihnen. Hm… da könnte ja sein, dass einem sinnlich-prickelnden Abend eine heiße Nacht und ein entspanntes Frühstück am Sonntagmorgen folgen. So in der Art ungefähr, oder? Sie wissen schon, was ich meine, oder?“, lächelt sie mit einem Zwinkern.

Mit einem verträumten Seufzen stimme ich zu: „Ja, so etwa stelle ich mir das vor. Das wäre schön. Richtig schön.“

Und wo soll er hin?

Sie fährt fort: „Hm… wenn ich mich jetzt so in Ihrer hübsch-eingerichteten Wohnung umschaue, fällt mir auf, dass sie perfekt auf Sie zugeschnitten ist. Vom Stil und Charme her entspricht sie Ihrer weiblichen Seite sehr und lässt einen sich recht wohlfühlen. Klar, da gibt‘s noch das eine oder andere zu optimieren. Deshalb haben Sie mich ja geholt. Aber eine Frage möchte ich Ihnen ganz konkret stellen:

Wo genau hat da ein Mann Platz in diesem zauberhaften Reich? Also ganz praktisch gefragt: Wo hat‘s im Bad Platz für sein Rasierzeug, sein Shampoo? Soll er sich wirklich mit Ihrem rosa Handtuch abtrocknen oder gibt‘s noch eines in einer eher männlichen Farbe?

Herzlich willkommen

Sie möchten ja, dass er sich entspannen kann und gerne wiederkommt, oder? Er muss ja nicht bei Ihnen einziehen, davon sprechen wir heute mal noch nicht. Aber Sie sollen ihn willkommen heissen und ihm Platz einräumen. Nicht nur in Ihrem Herzen sondern auch in Ihrer Wohnung.“

Wohin mit den Kleidern?

Ich schlucke ein paar Mal schwer. Das hatte ich mir ja noch nie überlegt. Phuh, nicht ganz ohne, was sie da sagt. Das hat was. „Und wo hat‘s eigentlich Platz für seine Kleider?“ fährt sie fort. Ich werde nachdenklich. Sie hat so recht. Ich wünsche mir einen Partner an meiner Seite. Ja, das wünsche ich mir wirklich sehr. Aber so richtig Raum einräumen für ihn ist nochmals eine ganz andere Sache.

 

Und so ging’s weiter

 

Mein Einkaufswagen ist gut beladen mit verschiedensten Sachen, als ich durch die Kasse gehe. Die Verkäuferin legt anthrazit-farbene Duschtücher, ein Duschgel for men, ein Shampoo, eine Nachttisch-Lampe, Zahnbürsten und einiges mehr auf‘s Band. Ich komme mir sehr komisch vor dabei. Da kaufe ich Sachen ein für einen Mann, den es noch gar nicht gibt in meinem Leben. Das fühlt sich sehr sehr eigenartig an. Irgendwie schäme ich mich heimlich ein bisschen. Ich könnte doch das alles erst tun, wenn der Wunderpartner schon da ist.

Lieber ins Hotel?

Aber ich erinnere mich an die Worte meiner Beraterin: „Setzen Sie Zeichen, dass Sie es ernst meinen mit der Suche nach einem Mann. Und die Wohnung gehört da eindeutig dazu. Ausser Sie möchten sich mit ihm dauerhaft lieber im Hotel treffen…“ Ne, will ich natürlich nicht. Also heisst es, dranbleiben.

Platz für‘s Rasierzeug

„Schau, das sind deine Handtücher, ein Duschgel ist hier und Zahnbürste ist auch da“, sage ich liebevoll zu dem Mann, der heute zum ersten Mal bei mir übernachtet. „Für dein Rasierzeug hat‘s hier Platz.“ Dabei schmunzle ich in mich hinein.

Grau steht ihm gut

Die grauen Handtücher haben wir heute immer noch. Und die Nachttischlampe passt perfekt ins Schlafzimmer. In unserer neuen, gemeinsamen Wohnung. Wenn er sie anknipst, muss ich manchmal immer noch ein bisschen lächeln.

 

Haben Sie die Nase voll vom Alleinsein?

 

Haben Sie genug vom Single-Dasein? Keine Lust mehr auf gemütliche Fernsehabende allein auf der Couch? Fertig mit so-tun-als-ob-es-Ihnen-nichts-ausmacht, dass Sie solo sind?

Was hindert Sie daran, jemanden wirklich in Ihr Leben zu lassen? Sind Sie mal so verletzt worden, dass Sie sich geschworen haben, dass Ihnen das nicht nochmals passiert?

Gibt es die Liebe überhaupt?

Denken Sie heimlich, dass es die Liebe vielleicht gar nicht wirklich gibt? Oder sie völlig überbewertet ist?

Sind Sie gemeint?

Zweifeln Sie daran, dass Sie überhaupt beziehungsfähig sind? Denken Sie vielleicht sogar, dass es gar nicht sein kann, dass Sie wirklich gemeint sind, wenn jemand Interesse zeigt? Haben Sie schon fast resigniert?

 

Sie wollen es wirklich?

 

Sie wünschen sich aus tiefstem Herzen eine erfüllende und lebendige Partnerschaft? Ist es Ihnen wirklich ernst damit? Sind Sie bereit, es (nochmals) anzugehen? Sich auf den Weg zu machen?

Ja? Wie schön! Ich würde mich freuen, Sie dabei unterstützen zu dürfen. Liebespillen habe ich keine. Aber einen Kaffee und richtig gute, bodenständige Gespräche, wie’s tatsächlich klappen kann.

Ein Hoch auf die Liebe!“

 

Dem Hoch auf die Liebe kann ich nur zustimmen!

Und, solltest du dir aktuell eine neue Beziehung wünschen, so wünsche ich dir viel Erfolg beim Platz-Schaffen für den Herzallerliebsten / die Herzallerliebste!

Mit sonnigen Grüßen

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