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Wovon hängt das Maß der Lebenszufriedenheit ab? Was brauchen wir, um zufrieden zu leben? Mit diesen Fragen werde ich mich – und dich – ein Jahr lang schwerpunktmäßig beschäftigen. Na, dann lass uns mal starten.

 

Schon länger keimte in mir die Idee, mich beginnend mit meinem 44. Geburtstag ein Jahr lang mit einem großen Schwerpunktthema auf diesem Blog auseinanderzusetzen. Nur, was genau die Frage sein sollte, da tappte ich zunächst noch im Dunkeln. Aber dann war es plötzlich klar:

Was braucht es, damit Menschen mit ihrem Leben zufrieden sind?

Darüber werde ich nachdenken.
Dazu werde ich andere befragen.
Darüber werde ich schreiben.

Was genau das Endprodukt sein wird, weiß ich heute noch nicht. Es ist ein Weg. Ein Weg des Suchens, des Entdeckens, des Lernens und des Wachsens. Und es ist ein sich lohnender Weg. Denn es geht dabei für mich um die innerste Essenz des Lebens. Darum,

ob unser Leben dem entspricht, was wir uns davon erwarten.

 

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In einem ersten Schritt habe ich auf meiner Facebook-Pinnwand meine FreundInnen gefragt, was sie zur Lebenszufriedenheit brauchen. Die abgegebenen Kommentare sind wertvolle Hinweise für mich, welche Aspekte mit diesem Thema in Zusammenhang stehen könn(t)en. Dazu aber mehr in den kommenden Beiträgen.

Denn heute möchte ich dich einladen zu einer Reise. Zu einer Tour durch deine Wertelandschaft.

Warum ich mit diesem Schwerpunkt starte?

Ich hatte mich hingesetzt und mich gefragt: „Ok, was brauche ich denn, um mit meinem Leben zufrieden zu sein?“

Schnell füllte sich das vor mir liegende Blatt Papier mit Stichworten. Und irgendwie kamen mir diese Begriffe so vertraut vor. Sie erinnerten mich an eine andere Liste … (*grübelgrübel*)

Klar! Ich hatte ja vor einiger Zeit (wieder mal) ein Ranking derjenigen Werte erstellt, die für mich am wichtigsten waren. Und die beim Brainstorming zur Frage LEBENSZUFRIEDENHEIT gesammelten Punkte waren mit den damals niedergeschriebenen Werten annähernd deckungsgleich.

 

Meine These Nr. 1 ist daher:

Der Grad deiner Lebenszufriedenheit hängt entscheidend davon ab,

ob du in deinen einzelnen Lebensbereichen

deinen Werten entsprechend leben kannst.

 

(Als ich meinem Mann am nächsten Tag von meiner „bahnbrechenden“ Entdeckung aufgrund der wortidenten Listen erzählt habe, meinte er: „Ist eigentlich eh logisch. Schon seltsam, dass etwas, was eigentlich auf der Hand liegt, dann dennoch zunächst nicht klar ist.“ Er hat recht, meine ich.)

 

Vielleicht sind dir deine zentralen Werte völlig klar.

Eventuell hast du dich bereits intensiv damit beschäftigt.

Möglicherweise besitzt du längst eine gereihte und verschriftlichte Liste deiner wichtigsten Werte.

Dann reicht es völlig aus, wenn du wieder mal Nachschau hältst, ob die Aufzählung noch aktuell ist, und wie sehr du diese in deinem Leben umsetzen kannst.

 

Vielleicht hast du dich aber noch nie ausführlicher mit deinen zentralen Werten auseinandergesetzt. Dann lege ich dir dies ans Herz. Denn nicht nur in Punkto Lebenszufriedenheit ist das Wissen darüber sehr erhellend:

Die Beschäftigung mit den eigenen Werten ermöglicht uns so einiges an Selbsterkenntnis. Oft wird dadurch klarer, warum wir so handeln, wie wir handeln. Sind es doch die individuellen Werte, die uns stark antreiben.

Im Alltag werden Werte für uns meist dann rasch und gut spürbar, wenn sie (schwer) verletzt werden. Dann gehen wir ziemlich schnell in die Emotion, sind in Nullkommanix von 0 auf 180.

Mir geht es zum Beispiel so, wenn ich Ungerechtigkeit erlebe, da mixt sich in mir in einem winzigen Bruchteil einer Sekunde ein Cocktail aus Ohnmachtsgefühl und Wut.
Oder, wenn mein Freiheitsstreben missachtet wird, indem ich angewiesen werde, dass ich genau jetzt etwas tun muss. Dann gehe ich automatisch auf Widerstand. Das passiert übrigens auch dann, wenn ich mir selbst einen Befehl erteilen möchte. 😉
In Situationen, wo unser Wertesystem unter Druck gerät, übernehmen jene Gehirnteile in uns das Ruder, welche für unsere Emotionen und für Flucht, Angriff oder „sich tot Stellen“ zuständig sind. Das logische Denken wird bei weitem schwieriger, was nicht immer von Vorteil ist. Wenn wir aber wissen, warum wir ticken, wie wir ticken, dann fällt es uns auch leichter, aus diesen Automatismen (die für uns oft nicht zielführend sind) auszusteigen. Es heißt nicht um sonst: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. 😉

 

Hier ein kleine Anleitung,

wie du so eine Liste deiner wichtigsten Werte erstellen kannst:

 

Die Arbeitsschritte:

 

1.)

In einer PDF-Datei habe ich für dich eine lange Aufzählung vieler verschiedener Werte gesammelt.
Hier kannst du diese downloaden: Werteliste

Lies dir diese Werteliste durch. Notiere parallel dazu gleich jene Begriffe, die dich spontan „ansprechen“, bei welchen du den Impuls verspürst, dass sie auf irgendeine Art und Weise besonders wichtig für dich sind.
Bitte beachte: Denke nicht lange nach, sondern wähle rasch und intuitiv die für dich herausragenden Begriffe aus!

Am Ende solltest du so maximal 20 bis 30 Werte ausgewählt haben.

 

2.)

Aus dieser ersten Auswahlgruppe gilt es nun, deine ganz besonders wichtigen Werte herauszufiltern. Gehe also die in der ersten Runde gewählten 20 bis 30 Begriffe nochmals zügig durch (Wiederum ohne langes Nachdenken!) und entscheide spontan, welche zehn Werte dir am wichtigsten sind.

 

3.)

Nun fehlt noch, diese 10 zentralen Werte in eine Rangfolge zu bringen. Entweder du schaffst das wiederum ganz intuitiv, quasi aus dem Bauch heraus. Oder du verwendest diese einfache Methode:
Schreibe deine 10 Werte untereinander.
Nun vergleichst du den Wert in der ersten Zeile mit dem in der zweiten. Welcher ist dir wichtiger? Der Wichtigere erhält einen Punkt, welchen du neben das Wort malst.
Dann vergleichst du den Wert in der ersten Zeile mit dem Wert in der dritten. Und so weiter. Jedes Mal vermerkst du neben dem von dir als wichtiger erachteten Wert deine Entscheidung mittels Punktevergabe.
Wenn du den ersten Wert mit allen anderen verglichen hast, nimmst du dir den Wert in der zweiten Zeile vor und vergleichst diese mit jenem in der dritten Zeile. Welcher bekommt den Punkt für die größere Wichtigkeit?  Dann der Vergleich mit dem Wert in der vierten Zeilen und so fort.
Enden tut das Ganze, indem du den Wert in der neunten Zeile schließlich nur mehr mit dem Wert in der zehnten Zeile vergleichen musst. Nun hast du jeden Wert mit jedem verglichen.
Abschließend zählst du, wie viele Punkte du neben jedem Begriff verzeichnet hast. Dadurch müsste sich eine Reihenfolge ergeben (Eventuell liegen zwei oder mehr Werte ex aequo, also gleichauf. Auch kein Malheur.)

 

4.)

Mit der Liste deiner wichtigsten Werte geht es nun ans BEOBACHTEN:

    • Wie gut kannst du aktuell diese Werte in deinen einzelnen Lebensbereichen umsetzen?
    • Werden deine zentralen Werte von deinen Mitmenschen geachtet?
    • Wo und wodurch erlebst du möglicherweise öfter Verletzungen deiner Werte?
    • Wie sehr bist du deinen eigenen Werten treu? (Bzw.: Wirst du dir diesbezüglich hin und wieder untreu? Eventuell, um anderen zu gefallen, um einen etwaigen „Gruppendruck“ nachzugeben, um dazuzugehören?)
    • Was kannst du in einzelnen Lebensfeldern tun, um noch mehr nach deinen Werten zu leben?

 

Nimm dir Zeit für diese Beobachtungsphase.
Es reicht, dich darum zu bemühen, dass du im Alltag ein Stück weit mehr aufmerksam dafür bist.
Eventuell sammelst du ein, zwei Wochen lang abends schriftlich das, was dir aufgefallen ist.
Gib dir die Chance, dich so besser kennenzulernen und möglicherweise das eine oder andere an dir neu zu entdecken!
Außerdem: Es steigert dein Bewusstsein für dich selbst, also dein Selbst-Bewusst-Sein.

Blumenweg Der Weg zu deinen Werten web groß

 

Ich bin neugierig darauf, wie es dir dabei ergeht. Oder was du zum Thema Werte und Lebenszufriedenheit meinst.
Schreib mir doch an elke.edlinger@gfgi.at oder hinterlasse weiter unten einen Kommentar!

Ich wünsche dir viele Erkenntnisse bei der Beschäftigung mit deinen Werten.
Und viel Erfolg auf deinem Weg zu mehr Lebenszufriedenheit!
Du verdienst es.

Sonnige Grüße!
Herzlichst,
elke

 

PS:

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Fotonachweise:

Foto oben im Beitrag: Rudi Ferder, www.derferder.at
Beitragsfoto aus der Startseite: elke edlinger 

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