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Kurse für mehr Selbstliebe und größeres Selbstbewusstsein boomen. In den Buchhandlungen stapeln sich die Wiederauflagen und Neuerscheinungen dazu. Tausende Frauen absolvieren unterschiedlichste Trainingsprogramme. Üben vor dem Spiegel „Ich liebe dich“ zu sich zu sagen. Rezitieren täglich irgendwelche Affirmationen wie „Ich bin wertvoll“. Nur: Funktionieren diese wohlmeinenden Ratschläge und Tipps?

 

In zahlreichen Studien geben so um die 80% der befragten Frauen an, dass sie sich mehr Selbstbewusstsein wünschen. Der Begriff wird oft gleichgesetzt verstanden mit Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl.

Mangelndes Selbstvertrauen wird für die darunter Leidenden in vielen Situationen des alltäglichen Lebens spürbar – privat und beruflich – und bewirkt, dass Betroffene

– sich einschränken,

– sich zurücknehmen,

– ihre Bedürfnisse hintanstellen,

– dass sie nicht sichtbar oder hörbar werden,

– nicht Nein-Sagen können

– und vieles mehr.

 

Und daher setzen viele ihre Hoffnung in all die guten Tipps und Trainingsprogramme.

Daher buchen sie Seminare und versuchen, ihre Glaubenssätze und Verhaltens- bzw. Denkmuster durch diverse Übungen zu verändern.

 

Doch, warum wirkt vieles, was da auf dem Markt angepriesen und verkauft wird, nur bedingt oder gar nicht?

 

Warum scheitern so viele an ihrem Vorsatz, ihre Selbstliebe zu stärken oder selbstbewusster aufzutreten? Warum reicht für viele es nicht aus, dem eigenen Spiegelbild immer wieder die eigene Selbstliebe zu beteuern oder sich selbst lange genug „einzureden“, dass frau groß und stark und vollkommen sei?

 

Damit derartige Übungen wirken, muss frau bereits ein gewisses Maß an Selbstvertrauen besitzen.

Denn, wenn mein Innerstes grundsätzlich daran glaubt, dann kann ich mich mit solchen Affirmationen und dergleichen anfeuern, motivieren, ermutigen. Dann funktioniert es.

Wenn ich allerdings über ein sehr geringes Selbstbewusstsein verfüge, dann mag mein Gehirn nicht, wenn ich versuche, entgegen meinem bestehenden Selbstbild mir etwas anderes einzureden. Das fühlt sich für uns dann unangenehm an. Diesen Effekt nennt man in der Psychologie übrigens „Kognitive Dissonanz“.
Unser Unbewusstes mag keine unangenehmen Zustände. Diese versucht es also zu vermeiden. Und glaubt blöderweise nicht und nicht, was wir mit unserem bewussten Verstand versuchen, uns einzubläuen.
Und dann hat unser Unbewusstes auch noch die lästige Angewohnheit, im Regelfall stärker zu sein als unser bewusstes Denken … :-0

 

Außerdem ist Selbstvertrauen etwas sehr Fluides.

Es unterliegt meiner Erfahrung nach permanenten Schwankungen. Niemand verfügt stets über das gleich hohe Maß an dieser wertvollen Ressource des Vertrauens in die eigene Selbstwirksamkeit.

Ich bin eine Frau, der wahrscheinlich die meisten, die mich persönlich kennen, ein hohes Selbstbewusstsein zuschreiben. Und damit liegen sie wahrscheinlich für viele Situationen meines Lebens richtig. Allerdings erlebe ich auch genauso das Gegenteil: Gerade eben noch vor Selbstwert strotzend kann ich mich bei der nächsten Gelegenheit minifuzziklein fühlen. Es braucht dafür nur den „richtigen“ Auslöser, die passenden Selbstzweifel, …

 

Hilfreicher, als einer Tonne voll Selbstvertrauen hinterher zu laufen, ist es meiner Erfahrung nach, sich darum zu bemühen,

 

sich selbst eine gute Freundin zu sein.

 

Warum?

 

1. Du hast einen einfachen Bezugsrahmen dafür, was es bedeutet, eine gute Freundin zu sein.

Jede weiß, was sie unter einer „guten Freundin“ versteht.
Jede weiß, wodurch sie selbst versucht, anderen eine gute Freundin zu sein.
Jede weiß, was sie von einer guten Freundin gerne hätte.

 

2. Das bietet dir eine klare Handlungsanleitung.

In Situationen, wenn es mal gerade nicht so gut läuft für dich, wenn du dich fehlerhaft fühlst, in welchen du dir klein und unwichtig erscheinst, kannst du dich daher fragen: „Was hätte ich jetzt gerne, was eine gute Freundin in diesem Moment für mich tun soll, was sie mir sagen soll?“ Soll sie dich trösten? Soll sie dir Mut zusprechen. Soll sie dich daran erinnern, was du alles bereits geschafft hast?

 

3. Sich selbst eine gute Freundin zu sein, stärkt dein Selbstmitgefühl.

Ein gut entwickeltes Selbstmitgefühl ist nämlich wesentlich stabiler als Selbstvertrauen bzw. Selbstwertgefühl. Es hilft dir, selbst dann, wenn dein Selbstwert gerade im Keller ist, gut mit dir selbst umzugehen. Und schützt dich eher vor der Selbstkritik, die gerade in solchen Momenten wenig hilfreich ist.

 

Probiere es einfach aus.

 

Versuche einfach, in den nächsten Tagen achtsam wahrzunehmen, wann du dich wie eine gute Freundin behandelst und wann eher weniger.

Vielleicht magst du dir ja auch am Abend jeweils ein paar Minuten gönnen und lässt den Tag Revue passieren. Was fällt dir ein, in welchen Situationen warst du nicht besonders freundschaftlich dir gegenüber? Wann hast du es geschafft, mitfühlend dir selbst gegenüber zu agieren?

 

Du wirst sehen:

Allein schon dadurch, dass du dich bemühst, achtsam zu sein, wird es dir öfter gelingen, dir selbst ein gute Freundin zu sein.

 

Wie geht es euch dabei?
Ich freue mich sehr, wenn ihr mir (zum Beispiel gleich unten in den Kommentaren) eure Erfahrungen und Gedanken dazu zukommen lässt!

 

Ich wünsche euch von Herzen das wohlige Gefühl, das entsteht, wenn wir uns selbst mehr und mehr wie eine gute Freundin behandeln!
Alles Liebe und Gute dafür!

 

Herzlichst,

eure elke

PS:

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