Herzlich Willkommen zu Tag 22! Warum es für mich untrennbar zusammengehört, der Welt und sich selbst eine gute Freundin zu sein. Und warum ich meine, dass du dein Licht strahlen lassen sollst.

 

 

(Fürs Lesen dieses Beitrages benötigst du rund viereinhalb Minuten.)

 

Kurz nach 1:00 Uhr in der längsten Nacht des Jahres. Wintersonnenwende. Mit diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Reise durch diese magische Nacht. Die anderen Adventkalendertürchen habe ich meist zeitig in der Früh oder am Vormittag des jeweiligen Tages geschrieben. Doch diesmal möchte ich die Kraft dieser Nacht nutzen.

Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob ich diesen Text veröffentlichen werde. Ich lasse mich einfach überraschen. Bin selbst neugierig, was das Endergebnis sein wird. Ich weiß nur das Thema, um das es heute gehen soll. Die Gedanken dazu habe ich vorher noch nie so recht in meinem Kopf geordnet. Es waren eher lose Enden, die ich noch nicht zu einem gemeinsamen Netz verknotet hatte. Das Meiste entspringt außerdem weniger meinem Nachdenken, sondern beruht viel mehr auf etwas, was ich intuitiv auf der Gefühlsebene erfasst habe.

So, bevor ich dich jetzt vollends verwirre, fange ich lieber an. 🙂

 

Dir selbst eine gute Freundin zu sein, hat nichts zu tun mit Egoismus oder Überheblichkeit.
Dir selbst eine gute Freundin zu sein, ist kein Weg, der dich selbst besser als andere dastehen lässt.
Dir selbst eine gute Freundin zu sein,  bedeutet nicht, dass du deine Fehler und Schwächen ausblendest und dich selbst überhöhst.

 

Dir selbst eine gute Freundin zu sein, geht nur im Einklang damit, dass du gleichzeitig auch der Welt eine gute Freundin bist.

 

Es sind zwei Seiten einer Medaille.
Das eine existiert nicht ohne das andere.

 

Wer sich selbst keine gute Freundin ist, wird letztlich irgendwann unleidlich, weil wir dann auch den anderen ihre Selbstfürsorge und ihr Glück nicht gönnen. Wir können die anderen in ihrem Sein und ihrem Wollen erst dann umfassend respektieren, wenn wir diesen vollen Respekt auch uns selbst angedeihen lassen.

Wer sich selbst keine gute Freundin ist, bleibt im Bewerten und Vergleichen stecken. Es geht dann weiterhin vorrangig darum, dass irgendwer vermeintlich besser, größer, stärker, schöner, gescheiter, wertvoller, etc. sei als andere. Wir legen so Menschen in fix beschrifteten Schachteln ab. Bilden Kategorien, teilen ein, fällen Urteile. All das trennt uns – von anderen und ebenso von unserem wahren Selbst.

Wer sich selbst keine gute Freundin ist, kann keine bedingungslose Liebe geben. Erst, wenn wir uns selbst annehmen, so wie wir sind, können wir auch andere Menschen in ihrer Unvollkommenheit lieben. Erst dann schaffen wir es wirklich zu lieben, ohne dies an Bedingungen zu knüpfen.

Wer sich selbst keine gute Freundin ist, lässt zu, dass die eigenen Fähigkeiten und Talente nicht ausreichend Raum bekommen. Doch genau diese, unsere Begabungen sind das Geschenk, das wir mit auf den Weg bekommen haben, um es in die Welt zu bringen. Um einen Beitrag zu leisten. Um Sinn zu stiften.

Wer sich selbst keine Freundin ist, lässt einen Teil des Herzens verschlossen. Wir brauchen jedoch ein Leben aus vollem Herzen, um der Welt eine gute Freundin sein zu können.

 

Der Welt und sich selbst eine gute Freundin zu sein, bedeutet, für alle Menschen und für sich selbst Mitgefühl zu empfinden.
Der Welt und sich selbst eine gute Freundin zu sein, heißt Fürsorge für andere und für sich selbst zu übernehmen.
Der Welt und sich selbst eine gute Freundin zu sein, benötigt, anderen und sich selbst Wohlwollen entgegenzubringen.

 

Glaube jetzt bitte nicht, dass ich diese Zeilen aus der Position einer Meisterin schreibe. Ich scheitere an vielen dieser oben formulierten Ansprüche täglich. Und das mehrfach.

Immer wieder ertappe ich mich aufs Neue dabei, wie ich anderen ihr Glück oder ihren Erfolg nicht gönne. Wie ich meine, etwas besser zu wissen oder zu können als andere. Wie ich versuche, andere Menschen zu ändern. Und vieles mehr.

Aber diese Ansprüche sind so etwas wie ein Koordinatensystem, an dem ich mich zu orientieren bemühe.
Sie sind meine Richtschnur, an der entlang ich meine Gefühle sowie mein Denken und Handeln versuche zu reflektieren.
Sie sind meine Ziele, von welchen ich glaube, so in Frieden mit mir und der Welt leben zu können.

 

Gestern hörte ich um die Mittagszeit den Wind durch unser altes Haus leise pfeifen. Ich saß am Schreibtisch und schaute durch das Fenster zu, wie draußen die Äste der Bäume und Sträucher mal sanft, mal heftiger hin- und herbewegt wurden. Ein seltsames Gefühl der Vorfreude überkam mich. Als ob der Wind Altes hinwegfegt. Als ob er im Vorfeld der Wintersonnenwende etwas sehr Schönes ankündigen wolle.

Veränderung.

Der Wind nährte in mir die Zuversicht und stärkte meine Hoffnung auf eine bessere Welt.

Wenn jede von uns ihren Beitrag leistet, dass diese Welt eine bessere wird, dann können wir es gemeinsam schaffen. Denn auch wenn jede von uns auch nur ein kleines Sandkorn beisteuern kann:
Viele Sandkörner ergeben einen wunderbaren Strand.

Daher:

 

Lass dein Licht strahlen.
Du und die Welt – ihr verdienst es.

 

Ich wünsche dir einen Tag voller Verbundenheit!
Mit sonnigen Grüßen

 

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