Herzlich Willkommen zu Tag 20! Heute geht es darum, warum Negatives uns so stark gefangen nimmt und was du dagegen tun kannst.

 

 

(Fürs Lesen dieses Beitrags brauchst du nicht einmal drei Minuten.)

 

Zu Beginn meiner Workshops bitte ich die Teilnehmerinnen gerne, sich mit drei persönlichen Stärken, auf die sie stolz sind, vorzustellen. Die erste Reaktion, die ich in den Gesichtern vieler Frauen sehe, ist ein kleine Zurückzucken. Ich entdecke Augen, die fast unmerklich vor Schreck ganz kurz ein klein wenig größer werden. Es scheint vielen peinlich zu sein. Und manche müssen lange überlegen, bis sie überhaupt drei Stärken gefunden haben, über die sie dann auch noch vor versammelter Gruppe berichten wollen.

Was mögen die Gründe für diese Reaktion sein?

Einerseits wachsen wir auf begleitet von Sprichwörtern und darin enthaltenen Ermahnungen wie „Eigenlob stinkt“.
Darf ich denn das? Laufe ich da nicht Gefahr als überheblich zu wirken?

Andererseits ist das, was wir können, erreicht und gelernt haben, für uns sehr rasch nur mehr selbstverständlich.
Wir nehmen es nicht mehr als etwas Besonderes wahr.

 

Unser Gehirn ist darauf getrimmt, auf mögliche Probleme zu achten. Nur so konnten in der Entwicklung der Menschheit potentielle Gefahren frühzeitig erkannt und umschifft werden.
Das ist der Grund, warum Negatives an uns so haftet wie an einem Klettverschluss, während Positives in unserer Wahrnehmung schnell abperlt wie Wassertropfen auf einer Teflonbeschichtung. (Ich weiß leider nicht mehr, bei wem ich diesen Vergleich gelesen habe.)

Daher sehen wir an uns und in unserem Leben in erster Linie all das, was es noch zu verbessern, zu optimieren gilt. Eben das, was nicht gut genug ist.

Für einen wertschätzenden Umgang mit dir selbst ist es jedoch unbedingt notwendig, dass du dir stets auch deiner positiven Eigenschaften, deiner Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse bewusst bist. Dies erreichen wir jedoch nur, wenn wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder – jeden Tag aufs Neue – bewusst darauf lenken.

 

Ich lade dich daher zu einem Experiment ein.

Versuche doch einen Tag lang immer wieder mal bei dem, was du tust, dich zu fragen:

Welche meiner Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten tragen dazu bei, dass ich dies gerade tun kann?
Was habe ich, um es tun zu können?

Du kannst gleich damit beginnen.
Du liest diese Zeilen. Das bedeutet, du hast irgendwann einmal sinnerfassend lesen gelernt. Und du verfügst über funktionierende Augen (oder über geeignete Sehbehelfe) sowie über die erforderlichen Areale zur Verarbeitung des Gesehenen im Gehirn. Außerdem kannst du diesen Text nur deshalb lesen, weil du nicht nur über einen Computer, ein Smartphone oder Tablet verfügst, sondern du dir obendrein die Kenntnisse, wie diese zu bedienen sind, angeeignet hast. Außerdem funktionieren sie nur mit Strom. Das bedeutet, du hast Zugang zur Elektrizität. Und das technische Gerät hast du nur, weil du es entweder geschenkt bekommen hast oder du es dir kaufen konntest. Dies wiederum …

In einem kurzen Augenblick, der für sich genommen auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches darstellt, lassen sich so viele positive Aspekte finden.

Ist das nicht in Wirklichkeit etwas Wunderbares?

Es ist nämlich alles andere als selbstverständlich, diese Zeilen hier lesen zu können!

 

Probiere es doch einfach aus, dich in den nächsten Stunden immer wieder an diese Fragen zu erinnern.
Was in dir befähigt dich, einkaufen gehen zu können? Warum kannst du kochen? Welche Eigenschaften bewirken, dass andere dich gern haben? …

 

Sei zumindest einen Tag lang Detektivin in eigener Sache.

Bleib dabei nicht an der Oberfläche!
Sondern schaue auf die einzelne Situation wie durch ein Mikroskop.
Analysiere die Details.

Du wirst wahrlich erstaunt sein, welch zahlreiche positive Einzelheiten du entdecken kannst.

 

Diese Übung ist mehrfach hilfreich:

Sie zeigt uns das Positive und Gute an uns und in unserem Leben auf.
Sie trainiert unsere Achtsamkeit.
Sie öffnet uns das Tor zur Dankbarkeit.

 

Nimm das Gute an dir und in deinem Leben wahr.
Du verdienst es.

 

Ich wünsche dir einen erkenntnisreichen und dankbaren Tag!
Mit sonnigen Grüßen

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