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Herzlich Willkommen zu Tag 18! Heute gebe ich dir eine Anregung, wie du eventuell leichter in die Position einer guten Freundin deiner selbst wechseln kannst.

 

 

(Fürs Lesen dieses Beitrags benötigst du rund dreieinhalb Minuten.)

 

Kennst du das? Manchmal ist frau dermaßen gefangen in einer Situation, sodass ein Perspektivenwechsel schwerfällt. Es scheint dann nahezu unmöglich, die Position einer guten Freundin einzunehmen.

Beispiele gefällig?

Du wirfst dir selbst oder einer anderen Person etwas vor und kommst nicht und nicht aus dieser Emotion heraus. Du schaffst es einfach nicht, den Ärger abklingen zu lassen, um danach wieder voll handlungsfähig zu werden. Immer wieder spürst du, wie dein Ärger oder deine Wut in dir hochkommt.

Oder: Du hast ein Problem, das dich sehr belastet, aber du kannst einfach nicht über mögliche Lösungen nachdenken. Davon, die Kraft zu finden, geeignete Schritte zu setzen, um dein Problem zu lösen, bist du meilenweit entfernt. Du spürst nur, wie stark dich das Problem belastet. Bemerkst den Druck regelrecht auf den Schultern. Oder es liegt dir im Magen. Oder es sitzt dir im Nacken.
Du fühlst dich wie das Kaninchen vor der Schlange. Erstarrt, unfähig zu handeln oder etwas Sinnvolles zu tun. Bist festgehalten in einer Art Problemtrance.

In solchen Momente kann es sehr schwer sein, innerlich die Position einer guten Freundin deiner selbst einzunehmen. Für diese Fälle möchte ich dir einen kleinen Methodentipp mit auf den Weg geben:

 

Vollziehe den Perspektivenwechsel im Außen.

Wie das geht?

Nimm zwei Stühle.

Setze dich auf einen und schildere, was dich im Moment belastet. Wie es dir ergeht. Woran du leidest.
(Du kannst es ruhig laut aussprechen, wenn niemand in der Nähe ist und dich hört. Eventuell kommst du dir anfangs ein wenig doof vor dabei. Aber probiere es einfach!)

Und dann wechsle die Position. Setze dich auf den anderen Sessel.
Nun bist du deine gute Freundin.
Was sagst du zu dir aus dieser Rolle heraus? Womit tröstet du dich? Was rätst du dir? Wie machst du dir Mut?

Im nächsten Schritt wechselt du wieder auf den ersten Stuhl.
Wie hört sich das an, was du dir als gute Freundin gesagt hast. Fühlt es sich gut an, dass da eine ist, die mit dir mitfühlt? Ist in den geäußerten Gedanken etwas dabei, was dir hilft?

Wenn dir das bereits reicht, dann bedanke dich bei deiner Freundin für ihren Beistand, fürs Für-Dich-Da-Sein, fürs Zuhören, für ihren Rat – und beende die Übung.

Eventuell spürst du jedoch Widerstand gegen Teile des Gesagten. Oder du willst deine gute Freundin noch etwas fragen. Dann führe diesen Austausch einfach fort. Aber wechsle jeweils die Sitzposition, je nachdem, ob du gerade als „du“ oder als deine gute Freundin redest.
Und auf dem Stuhl der guten Freundin gilt: Konsequent durchgehend eine wohlmeinende, fürsorgliche Haltung einnehmen!

Beende die Übung immer mit einem Dankschön.

Du kannst, wenn es dir noch besser hilft, zum Abschluss auch noch eine dritte Position einnehmen. Stelle dich neben die beiden Stühle und betrachte diese aus der Distanz einer „neutralen“ Beobachterinnenrolle. Was nimmt die „außenstehende“ Beobachterin wahr? Wie war der Dialog zwischen den beiden? Was ist ihr aufgefallen? (Diese dritte Position kann dir einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen.)

 

Klingt das alles sehr ungewohnt für dich? Würdest du dir dabei komisch vorkommen, wenn du da so zwischen den Stühlen hin- und herwechselst?
Solche Gefühle bzw. Gedanken sind völlig normal. Es ging mir früher auch so. Weil wir es nicht kennen, weil wir es nicht gewohnt sind, sind wir zunächst oft skeptisch, ob wir so etwas überhaupt wollen, ob das nicht lächerlich ist, ob und das überhaupt helfen kann, ob …

Wie es wirklich für dich ist und ob es dich möglicherweise unterstützt, kannst du nur feststellen, indem du es ausprobierst.
Ich setze solche Methoden für mich immer wieder mal ein, weil ich gute Erfahrungen damit gemacht habe.

Als Alternativmethode könntest du ansonsten einen Brief an deine „innere“, gute Freundin schreiben. Und als gute Freundin deiner selbst antwortest du dir darauf ebenso schriftlich.

 

Hilf dir beim Perspektivenwechsel.
Du verdienst es.   

 

Kannst du dir vorstellen, so etwas einfach mal auszuprobieren? Hast du bereits Erfahrungen mit dieser oder ähnlichen Übungen gemacht? Welche Methoden kennst du darüber hinaus, die dir helfen, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen? Die anderen Leserinnen und ich freuen uns über deinen Kommentar!

Ich wünsche dir einen vielseitigen Tag!
Mit sonnigen Grüßen

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