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Herzlich Willkommen zu Tag 10! Wie sprichst du mit dir? Heute findest du hier ein paar Zauberwörter, welche dir helfen können, freundlicher mit dir selbst zu reden.

 

(Fürs Lesen dieses Beitrages benötigst du cirka fünf Minuten.)

 

Na, hast du es gestern geschafft, Mini-Augenblicke umzusetzen, in welchen du dir Gutes tust, wo du kurz für dich sorgst?
Ich habe darauf hingewiesen: Damit dies zur völlig selbstverständlichen Gewohnheit wird, müssen wir das regelrecht trainieren. Insofern wäre es am besten, wenn du dir auch für heute gleich wieder drei Zeitpunkte dafür mittels Erinnerungsfunktion in dein Mobiltelefon eingibst.

 

Heute schreibe ich über die Macht der Sprache. Mit Sprache können wir liebkosen, streicheln, zärtlich sein. Die Sprache kann allerdings auch wie Schwert wirken.

Jede von uns weiß aus eigener Erfahrung, wie verletzend die Kommunikation zwischen Menschen ablaufen kann. Ich nehme an, jede von uns bemüht sich – zumindest die meiste Zeit – darum, andere nicht zu verletzen. Uns selbst gegenüber verwenden wir jedoch manchmal die ärgsten Schimpfwörter. Wir sind oft hart in unserem Urteil über uns selbst. In unseren Selbstgesprächen haben Form und Inhalt, wie wir mit uns sprechen, oftmals den Charakter eines Schwertes.

Auch hier geht es zunächst darum, zu beobachten, achtsam zu sein, wie du mit dir selbst sprichst.
Ich werde nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass nur, wenn dir etwas auffällt, du es auch ändern kannst.
Und auch an dieser Stelle nochmals die Bitte: Es bringt wenig, wenn du dann dich beschimpfst, weil du wieder mal mit dir geschimpft hast!

 

Wie kommst du nun zu einem milderen, freundlicheren Umgang mit dir selbst in deinen Selbstgesprächen?

Hier ein paar Zauberwörter für dich als Tipp:

 

Stimmt das immer?

Ich werfe mir zum Beispiel häufig vor, ich sei nicht konsequent. Wo das genau herkommt, weiß ich gar nicht. Ich habe da zwar meine Vermutungen. Aber, um hier einen anderen Umgang mit mir selbst zu erzielen, muss ich die Entstehungsgeschichte dieser Selbstbezichtigung nicht kennen.
Wenn ich bemerke, dass ich gerade wieder mal dabei bin, mich als inkonsequent abzukanzeln, dann stelle ich mir die Frage:
Stimmt das? Bin ich wirklich immer inkonsequent?
Sogleich finde ich zahlreiche Belege dafür, in welchen Bereichen ich – ganz im Gegenteil – sogar ziemlich große Konsequenz bewiesen habe.

Schon allein diese Frage nach dem absoluten Wahrheitsgehalt und danach, ob dein Selbstvorwurf allzeit zutrifft, bringt oft schon einiges an Erleichterung.
(Die leider bereits verstorbene Vera F. Birkenbihl, eine Querdenkerin, gefragte Managementtrainerin, Autorin und großartige Vortragende, nannte diese Methode „Dekatastrophieren“.)   

Ich fange dann allerdings nicht innerlich mit mir selbst zu streiten an. In etwa so: Ein Teil von mir rüffelt: „Immer das Gleiche mit dir. Du bist überhaupt nicht konsequent!“ und ein anderer Teil schnauzt zurück: „Das stimmt gar nicht. Da und dort und dort bin ich sehr wohl konsequent!“
Sondern ich rede dann etwa in der Art mit mir:
„Mag schon sein, dass ich da oder dort inkonsequent bin. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich auch konsequent bin.“

Dies entspricht für mich dann einem gelassenen Umgang mit mir selbst.
Ich anerkenne, dass ich auch meine schwächeren Seiten habe – ohne, dass diese mich weniger wertvoll machen. Und ich sehe ebenso meine Stärken.

 

Die Kraft des Wörtchens „bisher“!

Eine andere Möglichkeit, dich aus alten Glaubenssätzen, die sich ja aufspielen, als wären sie Naturgesetze und auf ewige Zeiten gültig, herauszuholen, liegt in der Kraft des Wörtchens „bisher“.

Sagst du dir selbst zum Beispiel gerne in einem bestimmten Zusammenhang „Ich kann das nicht“?
Dann probiere doch mal das:
„Bisher habe ich geglaubt, dass ich das nicht kann.“

Du wirst bemerken, dass sich dadurch sofort eine Tür zumindest einen kleinen Spalt weit öffnet.
Es tut sich dadurch die Chance auf Veränderung auf.
Die Chance, dass es zukünftig anders sein kann.

Ähnliche positive Wirkungen haben auch die Wörter „früher“, „bis jetzt“, etc.

Durch die Formulierung in der Vergangenheit mit „habe ich geglaubt“ erzielst du einen zusätzlichen Nutzen in Richtung Veränderbarkeit.

Bei Mimi St. Clair habe ich in einem Webinar einmal folgenden Formulierungsvorschlag gehört, der mir gut gefällt, und von dem ich aus eigener Anwendung bei mir berichten kann, dass mir das ebenso gut hilft:

„Früher habe ich geglaubt, dass …..
Jetzt bin ich offen dafür, dass …“

Bezogen auf einen Selbstvorwurf „Ich kann das nicht“ könntest du also ausprobieren, wie es dir mit einer Formulierung geht wie:

„Früher habe ich geglaubt, dass ich das nicht kann.
Jetzt bin ich offen dafür, dass ich es lernen kann (oder: … dass ich es ausprobieren/üben/versuchen/etc. kann).“

 

Was sind denn so deine Lieblingsvorwürfe an dich selbst?

Nimm dir doch ein wenig Zeit und probiere die empfohlenen Umformulierungen aus.
Welche lassen dich eine Entlastung spüren? Welche fühlen sich gut an?
Gut wäre es, du schreibst dir das auf. Zum Beispiel in dein Mir-selbst-eine-gute-Freundin-sein-Heft. 🙂

Wie ergeht es dir mit diesen Vorschlägen? Kennst du noch andere Zauberwörter? Scrolle doch nach unten und lass mir einen kurzen Kommentar dazu da! Ich freue mich darauf, von dir zu lesen.

Morgen machen wir hier weiter. Ich werde aller Voraussicht nach über Umdeutungen schreiben – ein weiterer Tipp, wie du dich nicht nur entlasten, sondern dadurch Zugang zu neuen Sichtweisen erhalten kannst.

Bis dahin:

Sprich freundlich mit dir.
Du verdienst es.

 

Ich wünsche dir einen achtsamen, hinterfragenden und Türen in eine bessere Zukunft öffnenden Tag!

Mit sonnigen Grüßen

 

PS:
Hier noch die Links zu den anderen Adventkalender-Türchen:
Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4, Tag 5, Tag 6, Tag 7, Tag 8, Tag 9,

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