Wenn du als Kind beim Spielen in deinem Versteck kauerst, bist du aufgeregt. „Werden sie mich finden?“, fragst du dich. Und du hoffst, dass dies nicht geschieht. Zumindest vorerst nicht. Denn dein Ziel ist nicht, auf ewig in deinem Versteck bleiben zu müssen. Und irgendwann macht das Spiel keine Freude mehr. Bei mir ist das so: Ich habe mittlerweile das Verstecken-Spielen so was von satt.

Was das Verstecken-Spielen mit meinem Leben zu tun hat, darüber erzähle ich dir in diesem Beitrag.

Ich habe mich heute Früh in einer Art meditativen Reise mit meinem Business verbunden. Es zeigte sich mir als ein Raum, der im schummrigen Dunkeln lag, weil die Fenster mit dichten, alten Vorhängen verhängt waren. Vorhänge, die durch den Staub von Jahrzehnten nicht nur dunkelgrau, sondern auch ganz schwer geworden waren. Nichts, was frau gerne angreift.
Im Raum selbst waren so einige Schätze, welchen ich allerdings keine umfassende Beachtung schenkte. Sie standen einfach nur herum, ohne dass ich mich darum bemühte, sie auf irgendeine Art und Weise ansehnlich zu drapieren. Dies würde auch keinen Sinn machen, denn im dämmrigen Licht würden sie und ihre Schönheit bzw. Kraft eh nicht zur Geltung kommen.
Ich war über mich selbst erstaunt und darüber, wie wenig Achtung ich meinen Besitztümern entgegenbringe. War erstaunt über meinen recht lieblosen Umgang mit diesen Schätzen.

Ich weiß zwar, dass die Schätze da sind, aber ich zeige sie nicht her. Hin und wieder nehme ich zwar den einen oder anderen Schatz, gehe damit hinaus, lasse ihn für andere sichtbar und spürbar werden. Dann ziehe ich mich jedoch mit der Kostbarkeit wieder zurück in diesen recht dunklen Raum.
Im Raum stehen auch einige große Truhen, wahre Schatzkisten, die ich bis jetzt noch gar nicht geöffnet habe.

Ich schaue mich genauer um im Raum und frage mich: „Will ich das so? Passt mir das so?“
Allein schon, dass ich hier herinnen nicht gut atmen kann, weil die Luft stickig und abgestanden wirkt, zeigt mir, dass es nicht meinem Wollen entspricht. Ich will einen hellen, luftigen Raum, wo die Sonne zum Fenster hereinscheinen kann. Und ich möchte liebenswerte Menschen einladen, auf Besuch zu kommen. Jetzt tue ich das nicht, weil ich mich wegen des Zustands des Raums, der eher an eine düstere Rumpel- als an eine Schatzkammer erinnert, schäme.

Was kann ich tun, um das zu ändern? Das war meine nächste Frage.

Ich stehe im Raum und blicke um mich. Es ist, wie wenn du dir vornimmst, einen eher unordentlichen Raum in deiner Wohnung, der schon lange darauf wartet, ein neues Gesicht zu bekommen, in Angriff zu nehmen. Ich weiß ja nicht, wie es dir bei so was geht, aber bei mir kann das manchmal schon einige Zeit dauern, bis ich wirklich zur Tat schreite. Der Grund, warum wir solche Vorhaben oft lange aufschieben, ist, dass wir in erster Linie die Menge an Arbeit sehen, die vor uns liegt. Einen riesigen Berg sehen, der uns schon vor Beginn der Reise müde macht, und unsere Motivation sinkt dadurch in den Keller.

Ich stehe nun also dort und überlege, wie ich das am besten angehe, was ich dafür brauche.
Und als erste Antwort kommt, dass es nicht um mühsame Arbeit geht, sondern viel mehr die Möglichkeit mit sich bringt, zu gestalten. Dass ich hier meine Kreativität ausleben kann.
Meine Motivation steigt fühlbar.

Der nächste Schritt ist, einfach die Abdeckung des ersten Fensters zu entfernen und den grauslichen, alten Vorhang wegzuwerfen. Denn er steht für alte Muster und Prägungen, die mir längst nicht mehr dienlich sind, für das immer wieder Zweifeln, für alte Ängste wie z.B. jene, nicht ernst genommen zu werden …
Wie gut, dass morgen Vollmond ist. Diesen werde ich für ein kleines Ritual nutzen, um diesen schweren Vorhang endlich loszuwerden und ihn symbolisch zu verbrennen.
Übrigens: Ich werde auch das Fenster meines Arbeitszimmers putzen. Mir hilft es nämlich, wenn ich bei inneren Wachstumsprozessen ebenso in meinem Umfeld Veränderungen vornehme.

Auch für zwei weitere Schritte habe ich während meiner morgendlichen Reise bereits „Anweisungen“ erhalten, aber darum geht es mir hier an dieser Stelle nicht.

Ich habe gesammelt, was ich statt der dunklen Kammer will. Da ist so einiges zusammengekommen. Aber der stärkste Satz, den ich als Antwort bekommen habe, der mich am meisten mit Transformationsenergie erfüllt, war:

Ich habe das Verstecken-Spielen so was von satt.

 

Wenn du mich noch nicht näher kennst, dann wirst du wahrscheinlich wissen wollen, was ich offensichtlich nach wie vor geneigt bin zu verstecken. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht am Anfang meines Weges stehe. Schritt für Schritt bin ich bereits vorangekommen. Aber offensichtlich steht nun die nächste Ebene an.

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit einem Blogbeitrag mein „Coming Out“ begangen. Ich habe mich damals öffentlich dazu bekannt, dass es für mich zwischen Himmel und Erde (und darüber hinaus) mehr gibt als das, was wir mit unserem bewussten Verstand erklären können.
Falls es dich interessiert, dann kann du diesen Text hier nachlesen: http://www.gutgenug.at/mein-coming-out/

Es war jener Blogartikel von mir, der bisher die meisten Reaktionen ausgelöst hat. Viele Frauen haben sich darin wiedergefunden, haben mich kontaktiert danach, weil es ihnen ähnlich ergeht, weil sie ähnlich empfinden. Und vielen Frauen konnte ich damit Mut machen.

Wenn ich auf das seither vergangene Jahr zurückblicke, dann ist wahnsinnig viel passiert. Ich habe enorme Entwicklungen vollzogen. Ich bin heute mit diesem Feld des „Nicht-Begreifbaren“ wesentlich tiefer verbunden als noch vor zwölf Monaten. Ich habe nun um ein Vielfaches mehr an Vertrauen in meine diesbezüglichen Wahrnehmungen. Ich habe Lehrerinnen gefunden, die mich voranbringen und mich auf meinem Weg begleiten.

Und dennoch: Nach außen bin ich in vielem vage geblieben, habe mich nur sehr, sehr vorsichtig zu den Schätzen in meiner Kammer bekannt. Wie eingangs beschrieben: Nur hin und wieder habe ich einen meiner Schätze mit nach draußen genommen und einer handverlesenen Gruppe von Menschen gezeigt, bevor das Juwel gleich darauf wieder drinnen im schummrigen Licht verschwinden musste.

Ich habe im Großen und Ganzen weiterhin Verstecken gespielt.

Ich bin zwar nicht gänzlich und immer in meinem Versteck geblieben, sondern ich habe mich Schritt für Schritt vorangetastet. Habe mich außen in mehr oder weniger dezenten Andeutungen gezeigt.

Viele Frauen waren inspiriert genug, mich trotz meines Nach-wie-vor-Verstecken-Spiels zu finden. Sie waren offensichtlich feinfühlig genug, um die zum Teil zurückgehaltene Energie zu spüren und damit in Resonanz zu gehen.
Es sind Frauen bei mir gelandet, die eine gewisse Offenheit dem Thema Spiritualität gegenüber haben (Ui, jetzt habe ich das große Angst-Wort verwendet.).
Und es haben sich im letzten Jahr Frauenkreise ergeben, in welchen ich mich frei(er) fühlen konnte.

Meine Erfahrung: Je mutiger ich war und je mehr ich mich getraut habe, den Vorhang zeitweilig zu lüften, umso mehr Freude bereitete mir mein Tun. Und in jenen Situationen, wo ich gegenüber anderen völlig offen war, war auch mein medialer Kanal total offen. Da spürte ich mich in einer wunderbaren Führung, in meinem – einem natürlichen – Fluss. Es wird dich vielleicht nicht wundern, dass dann auch die Ergebnisse, die möglich wurden, eine ganz andere, noch viel tiefer gehende Qualität hatten. Dass sie fast wie Magie wirkten.

Von dieser Magie will ich noch viel mehr in meinem Leben haben!

 

Darum dieser Beitrag.

Denn:

Es ist für mich nun höchst an der Zeit für die nächste Ebene.
Es ist die Zeit gekommen, das nach wie vor vorsichtige Verstecken-Spielen aufzugeben.
Es ist an der Zeit, die dicken, muffigen Vorhänge abzunehmen, endlich Licht und Luft in meine Kammer zu lassen und den Staub der Vergangenheit wegzuwischen.
Es ist an der Zeit, meine Schätze umfassend zu würdigen, sie zu ehren und zu achten.
Es ist an der Zeit, auch die geheimnisvollen, noch nicht geöffneten Truhen nicht im Dunkeln stehen zu lassen, sondern neugierig ihren Inhalt zu erforschen.
Es ist die Zeit gekommen zuzulassen, dass sich meine volle Wirkung entfalten darf.
Es ist an der Zeit, mich vertrauensvoll zu zeigen als eine, die – und jetzt nenne ich das Kind ganz mutig beim Namen – die Wunder der geistigen Welt zu würdigen und zu feiern weiß.

 

Auch wenn ich zu einem großen Teil vom Erbe meiner Ahninnen geprägt bin, möchte ich diesen Beitrag jedoch meinem Vater widmen.
Es ist heute sein 27. Sterbetag.
Ich war damals am Vorabend seines Todes noch einmal bei ihm auf der Intensivstation. Über diese letzte Stunde, die wir gemeinsam verbringen durften, möchte ich nicht öffentlich berichten. Nur so viel: Mein Vater sagte damals einen Satz, den ich als noch nicht 20-Jährige auf mehreren Ebenen einfach nicht wahrhaben wollte. Heute möchte ich ihm – auch auf diesem Wege – sagen: „Ja, Papa, ich weiß, was du meinst. Ich höre sie auch.“

 

Danke, dass du bis zum Schluss gelesen hast!
Ich wünsche dir, du Liebenswerte und Wundervolle, dass auch du deine Schätze siehst und sie achtest und ehrst!
Denn: Du bist gut genug!

Mit Liebe,

deine Elke

 

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