Kennst du dieses diffuse Gefühl, dass sich dein Leben nicht so ganz richtig anfühlt? Kennst du diese schwelende Unzufriedenheit? Lässt du diese Gefühle zu? Oder versuchst du, sie immer wieder wegzudrücken? Bist du dir treu?

 

Es gab Zeiten in meinem (beruflichen) Leben, da hatte ich über weite Strecken das Gefühl auf einer fest eingefahrenen Schiene zu fahren, zu funktionieren – fast wie eine Maschine. Brav erledigte ich das, von dem ich meinte, dass es erwartet werden würde von mir. Konsequent erfüllte ich meine vermeintlichen Pflichten. Aber innerlich fühlte ich mich manchmal total leer. Als ob ich von mir selbst abgeschnitten wäre. Signale meines Körpers habe ich nach Möglichkeit nicht ernst genommen. Meine Bedürfnisse habe ich oftmals nicht für wichtig genug genommen.

Dass ich eventuell an meinem Leben etwas ändern sollte – diesen Gedanken habe ich mit großer Mühe verdrängt. Natürlich gab es Momente, in denen meine innere Stimme versuchte durchzudringen. Wo ihr „Ich will so nicht“ hörbar wurde. Immer wieder mal bin ich abends heulend zuhause gesessen. Entweder, weil angeblich „die anderen so furchtbar waren“, weil die Last der Verantwortung auf meinen Schultern zu sehr gedrückt hat, weil ich nicht wusste, wie ich das alle auf die Reihe bekommen soll, weil mir so einiges an meinem Tun sinnlos erschien. Oder, weil ich Angst hatte, dass mir die Kraft ausgeht. Und das gerade mir, die ich doch immer so eine Starke war, so energiegeladen unterwegs war.

Geflissentlich versuchte ich latent zum Durchbruch dringende Sehnsüchte wieder wegzudrücken. Die Sehnsucht nach einem „ganz normalen Leben“. Die Sehnsucht nach Zeit-Haben für mich, für Beziehung, für FreundInnen, für das Schöne im Leben. Schmerzlich spürte ich, wenn ich es zuließ, eine tiefe Sehnsucht nach Leben überhaupt, nach intensivem Erleben. Der Wunsch, mich einfach lebendig zu fühlen.

Klar, es gab auch viele gute Augenblicke in meinem Berufsalltag. Es ist ein gutes Gefühl, etwas gestalten und erreichen zu können. Anderen helfen zu können. Anerkennung zu bekommen. Ich habe oft gelacht. Ich war oft berührt. Ich hatte auch ganz viele liebe Menschen um mich. Doch meine Erfahrung war: Nachdem ich so beharrlich versuchte, meine negativen Gefühle nicht all zu sehr zuzulassen, konnte ich auch das Positive, das Kraftgebende häufig nicht mehr so intensiv wahrnehmen.

Jetzt, im Nachhinein betrachtet, sage ich, dass ich einen Großteil von dem damaligen Druck mir selbst aufgebaut hatte. In meinem Kopf. Durch meine Gedanken. Durch meine Ansprüche. Dadurch, was ich meinte, was ich alles tun müsste. Wie ich zu sein hätte, damit ich gut genug wäre …

 

Musst du warten, bis der Dampfkessel explodiert?

 

Bei mir ging das so lange, bis der Dampfkessel dem hohen Druck nicht mehr standgehalten hat. Bis ich auf eine gewisse Art und Weise explodierte und in weiterer Folge mein berufliches Leben implodierte. Da saß ich dann zuhause. In einer heftigen, Monate dauernden Krise. Und war gezwungen, mich den Fragen zu stellen:

Was will ich vom Leben?
Wie will ich leben?
Was ist mir wirklich wichtig?
Letztlich also:
Wer bin ich?
Und:
Warum bin ich hier?

 

Ich war damals 40 Jahre alt. Somit gerade bei so etwas Ähnlichem wie der „Halbzeit“ angelangt. Und erhielt dadurch die Riesenchance, meine zweite Lebensspielhälfte neu auszurichten. Mir zu erlauben, mich in den mir verbleibenden Jahre an meinen Werten und meinen Bedürfnissen zu orientieren. Mir zu erlauben, mir durch und durch treu zu sein. Ein wundervolles Gefühl.

 

 

Warum ich dir das alles erzähle?

 

Weil ich davon überzeugt bin, dass du es nicht erst so weit kommen lassen musst!
Du musst nicht zuwarten, bis dein Schnellkochtopf explodiert!
Du musst nicht erst in einer tiefen Krise landen, bis du bereit bist, deine innere Stimme wahrzunehmen!

Weil ich hoffe, dass du mutiger bist als ich!
Dass du früh genug den Mut hast, auf dich selbst zu hören!
Dass du eher bereit bist, dich auf all die diffusen Gefühle des Unwohlseins einzulassen.

Und weil ich dir wünsche, dass du – solltest du es noch nicht tun – Schritt für Schritt lernst, dir selbst treu zu sein!

 

Durch meinen Blog versuche ich, dich dabei ein wenig zu unterstützen. Daher lasse ich jetzt noch eine Anregung für dich da:

Vielleicht nimmst du dir ja mal ein wenig Zeit für folgende „Übung“.

Stell dir vor, du bist 80 oder 90 Jahre alt.
Jemand hält bei deiner Geburtstagsfeier eine Rede. Was hättest du gerne, was er oder sie über dich und dein Leben erzählen soll? Oder aber: Du selbst blickst als nun alte, weise Frau auf die Jahrzehnte, die hinter dir liegen zurück. Was müsste alles geschehen sein, wie müsstest du gelebt haben, sodass du aus vollem Herzen zufrieden sagen kannst: Es war ein gutes Leben. Ich habe gelebt. Ich war mir treu.
(Hilfreich ist es, wenn du deine Gedanken dazu aufschreibst. Denn das Schreiben zwingt uns, dass wir genauer sein müssen, beim Nachdenken, beim Nachspüren.)

 

Heute kenne ich das wundervolle Gefühl, mir selbst treu zu sein.
Heute bin ich in meinem Leben zuhause.
Heute höre ich auf meine innere Stimme.
Heute fühle ich mich lebendig.

 

Wie sich das bei mir ausdrückt?

Meist sind es keine großartigen, außergewöhnlichen Ereignisse. Sondern es ist ein anderer Umgang mit mir selbst, der oft in ganz kleinen Dingen und Gedanken sichtbar wird.

Dass ich zum Beispiel im Regelfall schlafen gehe, wenn ich müde bin. (Ich weiß, das ist banal, aber dennoch so wichtig! 🙂 )
Dass ich auch mal etwas nur für mich allein koche.
Dass ich versuche, halbwegs gut für mich selbst zu sorgen.
Dass mir die kleinen Schönheiten und alltäglichen Wunder meines Lebens viel mehr bewusst sind.
Dass ich viel besser auch mal Nichtstun kann.
Dass ich mich darum bemühe, mir selbst eine gute Freundin zu sein.
Dass ich gelassener bin.
Dass ich die volle Verantwortung für mein Leben übernommen habe.
Dass ich „fünfe auch mal gerade sein lassen“ kann. …

 

Kennst du bereits das wundervolle Gefühl, dir selbst treu zu sein?
Was würde dir helfen, noch mehr in diese Richtung gehen zu können?

 

Ich freue mich auf deine Rückmeldungen, Anregungen, Erfahrungberichte!
Und ich schicke dir ganz viel Mut und viel gute Energie für DEINEN Weg!
Vergiss nicht: Du bist gut genug.

Mit sonnigen Grüßen

elke

PS: Willst du auch meine nächsten Artikel nicht versäumen, so trage am besten jetzt gleich auf dieser Seite oben rechts deinen Namen und deine E-Mail-Adresse ein. (Ich gebe natürlich deine Daten nicht weiter. Das ist selbstverständlich für mich!)

Foto: www.derferder.at

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